Nachhaltigkeit im Kreditgeschäft

Für die Deka-Gruppe stehen bei der Kreditvergabe ESG-Aspekte im Sinne einer ganzheitlichen und risikooptimierten Portfoliosteuerung gleichberechtigt neben wirtschaftlichen Aspekten und werden daher vor der Finanzierungsentscheidung umfassend geprüft. Derzeit umfasst das Kreditgeschäft der DekaBank Handels- und Kapitalmarktgeschäfte, Immobilienfinanzierungen sowie Transportmittel- und Infrastrukturfinanzierungen. Integraler Bestandteil des Kreditprozesses sind die Vorgaben der Geschäftsstrategie in Bezug auf die „nachhaltige Unternehmensführung“.

Finanzierungsgrundsätze

Grundlage für die Kreditgeschäfte bildet die Kreditrisikostrategie. Sie setzt, ausgehend von den in der Geschäftsstrategie niedergelegten Zielen und Leitplanken, den Handlungsrahmen für sämtliche Finanzierungsaktivitäten. Die DekaBank schließt dabei grundsätzlich folgende Finanzierungsarten aus:

  • Geschäfte, bei denen durch öffentliche Berichterstattung (u.a. aufgrund von soziokulturellen, ethischen Aspekten) über die Finanzierung selbst, einen Geschäftspartner, die Geschäftspraxis oder das Land (Sitz- oder Risikoland) das öffentliche Vertrauen in die bzw. die Reputation der Deka-Gruppe nachhaltig negativ beeinflusst werden kann
  • Kreditgeschäfte mit spekulativem Charakter oder sehr ungewöhnlich geartetem Risiko (z. B. Highly Leveraged-Transaktionen)
  • Finanzierungen im Zusammenhang mit Waffengeschäften (Finanzierungen von Lieferungen und von Produktions- und Handelsunternehmen)
  • Finanzierungen, von denen per se signifikante Gefahren für die Umwelt ausgehen, z. B. Uranabbau, Atom- / Kohlekraftwerksfinanzierungen und Finanzierungen in Zusammenhang mit Mountaintop removal mining (Anhaltspunkte liefern die OECD-Umweltrichtlinien)
  • Projektfinanzierungen, die nicht die Anforderungen der Equator Principles (EP) erfüllen. Die EP umfassen sozialund umweltverträgliche Standards und referenzieren auf die von der International Finance Corporation (IFC) erarbeiteten Leitlinien sowie die industriespezifischen Environmental, Health and Safety Guidelines (EHS)
  • Finanzierungen von Spekulationsgeschäften mit Grundnahrungsmitteln
  • Geschäfte mit einem Land sowie Kreditnehmer in einem Land, das auf der „Negativliste für Zentralstaaten“ geführt wird
  • Wagniskapital-Finanzierungen
  • Finanzierungen an Unternehmen aus der Pornografie-Branche oder vergleichbaren Branchen (Rotlichtmilieu)
  • Finanzierungen im direkten Zusammenhang mit der Herstellung und dem Vertrieb von Tabak
  • Finanzierungen von Unternehmen, die kontroverse Formen des Glücksspiels betreiben (Wettbüros, Spielhallen u.ä.)
  • Finanzierungen von Unternehmen, die gegen international anerkannte Prinzipien im Bereich der Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen (ILO Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work)
  • Finanzierungen von Unternehmen ohne nachgewiesene Erfahrung oder in neuen Märkten

Es existieren zudem keine Finanzierungen, bei denen die DekaBank vermuten kann, Unternehmen zu unterstützen, in denen Zwangs-, Pflicht- oder Kinderarbeit zum Einsatz kommt. Sofern ein Verdacht auf ein erhöhtes Nachhaltigkeitsrisiko erkennbar ist, werden die Experten im Nachhaltigkeitsmanagement der DekaBank in den Kreditanbahnungsprozess eingebunden. Ihr Votum fließt in den Kreditentscheidungsprozess ein. Die Experten prüfen, ob aufgrund von sozialen, umweltbezogenen oder ethischen Aspekten die Finanzierung selbst, ein Geschäftspartner, die Geschäftspraxis oder das Land (Sitz- oder Risikoland) im Einklang mit den internen Werten und Vorgaben stehen. Zudem wird analysiert, ob durch eine Geschäftsbeziehung bzw. Finanzierung das öffentliche Vertrauen in die Deka-Gruppe beziehungsweise ihre Reputation negativ beeinflusst würde.

Immobilienfinanzierungen


In der gewerblichen Immobilienfinanzierung konzentriert sich die Deka-Gruppe auf Finanzierungen in transparenten Märkten mit vorhandener Marktliquidität und sicherem rechtlichen Umfeld, die wegen ihrer Größe, Transparenz und Liquidität für das gesamte Geschäftsfeld von zentraler Bedeutung sind. In den Ländern, in denen dies möglich ist, wird grundsätzlich die Deckungsstockfähigkeit der Darlehen angestrebt. Als Kunden stehen neben den klassischen Investoren und Projektentwicklern auf Einzelobjektebene auch Real Estate Investment Trusts (REITs), Immobiliengesellschaften, Pensionsfonds und deutsche offene Immobilienfonds im Fokus. Zum Ende des Berichtsjahres bestanden Immobilienkreditfinanzierungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Irland, Japan, Kanada und USA. Das Brutto-Kreditvolumen inklusive Finanzierungen für die offenen Immobilienfonds und kommunale Bauvorhaben betrug rund 7,1 Mrd. Euro. Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit sind zwingende Auswahlkriterien für das Immobilienkreditgeschäft. Diese werden bei jedem Neugeschäft explizit analysiert und in die Due-Diligence-Prüfung einbezogen. Dabei werden auch mögliche Nachhaltigkeitszertifikate berücksichtigt. Neben einer energieeffizienten Bewirtschaftung weisen nachhaltige Immobilien im Allgemeinen eine bessere Vermietbarkeit und eine höhere Wertstabilität auf. Dies spiegelt sich in der Sicherheitenposition des Kreditgebers wider.

Transportmittel- und Infrastrukturfinanzierung

Das Brutto-Kreditvolumen im Bereich der Transportmittelund Infrastrukturfinanzierungen betrug zum Berichtsstichtag 6,8 Mrd. Euro. Davon entfielen 63 Prozent auf die Transportmittel- und 37 Prozent auf die Infrastrukturfinanzierungen. Der Anteil der Kredite zur Finanzierung alternativer Energiegewinnung (Wind und Solar) betrug mit 0,36 Mrd. Euro rund 15 Prozent des Brutto-Kreditvolumens der Infrastrukturfinanzierungen. Als Mandated Lead Arranger hat die DekaBank beispielsweise gemeinsam mit der Rabobank ein Finanzierungspaket für den Bau und Betrieb des norwegischen Onshore-Windparks Tellenes im Südwesten Norwegens strukturiert.