Engagiert für Architektur: der Internationale Hochhaus Preis

Seit 2004 zeichnen die Deka, die Stadt Frankfurt am Main und das Deutsche Architekturmuseum (DAM) zukunftsweisende Hochhäuser aus.

Gebäude entwerfen, gestalten und konstruieren sind Aufgaben der Architektur. Sie prägt die Umwelt, formt Städte in Aussehen und Struktur, kann Heimat stiften und Identität schaffen. Architektur ist ein wichtiger Teil im Alltag der Menschen und einer der Förderschwerpunkte der Deka. Mit dem Internationalen Hochhaus Preis (IHP) prämieren wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern Gebäude, deren nachhaltige Bauweise beispielgebend ist, die auf innovative Technik setzen und die den Besuchern und Nutzern eine optimale Aufenthaltsqualität anbieten. Die Preisträger verbinden diese und weitere Kriterien mit außergewöhnlichem Design und treiben die Hochhausarchitektur international voran.

Der IHP ist der erste Preis für Hochhäuser weltweit. Seit 2004 wird er alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt am Main in der Paulskirche feierlich verliehen. Initiiert, kuratiert und organisiert wird er in partnerschaftlicher Kooperation vom Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der Deka. Der nächste IHP wird 2022 verliehen.
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Dr. Matthias Danne, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands

Mit unserem Engagement für den Internationalen Hochhaus Preis möchten wir den Fokus auf zukunftsweisendes, nachhaltiges und wirtschaftliches Bauen richten.

2020 wurde der IHP zum neunten Mal verleihen. Gewinner sind die Doppeltürme „Norra Tornen“ in Stockholm, Schweden. (Foto: Anders Bobert)

Norra Tornen: IHP 2020 für bezahlbares und nachhaltiges Wohnen

Der IHP 2020 ging an die Doppeltürme Norra Tornen in Stockholm, Schweden von Office for Metropolitan Architecture (OMA) aus Rotterdam und dem Bauherren Oscar Properties aus Stockholm.
 
Das Bauprojekt Norra Tornen ist eine zeitgemäße und zukunftsweisende Vision: Die „nördlichen Türme“, wie ihr Name aus dem Schwedischen übersetzt lautet, bilden durch ihre Lage am Rand einer großen Ausfallstrasse in Stockholm ein Tor zu zwei neu errichteten Stadtteilen, Hagastaden und Torsgatan. Gleichzeitig fügen sich die Wohntürme durch ihre Farbgebung gut in die vor allem aus den 1930er Jahren stammende Bestandsbebauung der unmittelbaren Umgebung ein. Norra Tornen sind die höchsten Wohngebäude der Stadt. Große Fensterflächen bringen auch während Schwedens langer, dunkler Wintermonate das wenige Tageslicht ins Innere und schaffen gleichzeitig eine Verbindung zur Umwelt. Balkone wechseln sich mit würfelartigen Modulen ab und formen eine Fassade, die mit ihren zahlreichen Vor- und Rücksprüngen geradezu skulptural wirkt. Ermöglicht wurde dies durch den Einsatz hochwertiger Betonfertigteilelemente, die nicht erst auf der Baustelle gegossen wurden. Die serielle Vorfertigung sparte Kosten und Zeit: Pro Woche konnte ein Stockwerk fertiggestellt werden.
 
Norra Tornen ist ein Beispiel für eine elegante, pragmatische, bezahlbare und nachhaltige Wohnlösung für die Großstädte der Zukunft und Sinnbild einer gleichwertigen offenen Gesellschaft: Damit vertreten die Türme nicht nur ein wichtiges Charakteristikum der schwedischen Kultur, sondern bringen auch eine allgemeingültige Botschaft zum Ausdruck.
 
Die Covid-19-Pandemie forderte dazu auf, den IHP auf ganz neue Weise vorzubereiten und zu verleihen: Wegen der Reise- und Kontaktbeschränkungen traf sich die Jury, die den Preisträger küren sollte, zu einer digitalen Sitzung. Unter dem Vorsitz von Anett-Maud Joppien (Architektin / Dietz Joppien Architekten AG in Frankfurt/Potsdam) schaltete sich aus Mexiko auch Benjamín Romano (Architekt / LBR&A Arquitectos, Mexiko Stadt, Mexiko), der Gewinner des IHP 2018, dazu.

Die weiteren Mitglieder der Jury waren:
  • Klaus Fäth (Bauingenieur / osd – office for structural design, Frankfurt am Main/Hamburg)
  • Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main)
  • Andreas Moser (Architekt / ma cyrus | moser | architekten, Frankfurt am Main)
  • Peter Cachola Schmal (Direktor Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main)
  • Victor Stoltenburg (Geschäftsführer Deka Immobilien Investment GmbH, Frankfurt am Main)

Die Preisverleihung am 29. Oktober 2020 in der Frankfurter Paulskirche fand ohne Publikum statt. Die Preisträger konnten aufgrund der Corona-bedingten Beschränkungen nicht persönlich anwesend sein. In einem digitalen Festakt überreichten Dr. Ina Hartwig, Dr. Matthias Danne und Peter Cachola Schmal die Gewinnerstatuette und das Preisgeld an Reinier de Graaf, Architekt und Partner bei Office for Metropolitan Architecture (OMA) und den Bauherrn Oscar Engelbert von Oscar Properties symbolisch. Die Preisverleihung wurde per Livestream übertragen und aufgezeichnet.
 
Bis zum 25. April 2021 widmet sich eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum (DAM) dem IHP 2020. Die Ausstellung zeigt Modelle, Filme, Fotos und Zeichnungen des Gewinnergebäudes, der Finalisten und der Nominierten. Das DAM ist wegen der Pandemie bis auf Weiteres geschlossen. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.
 
Weitere Informationen finden Sie hier
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Reinier de Graaf, Architekt und Partner bei Office for Metropolitan Architecture (OMA) aus Rotterdam (Foto: Karl Nordlund)

„Norra Tornen unterscheiden sich sehr von der herkömmlichen Idee eines Hochhauses. Sie sind nicht monumental, sondern wohnlich und ihre Ästhetik ist informell. Dabei verkörpern sie Vielfalt und nicht Wiederholung.“

Straßenszene in New York vor dem prämierten Wohnhochhaus „VIA 57 West”. (Foto: © Kirsten Bucher)

Internationaler Hochhaus Preis - der erste Hochhauspreis weltweit

Der IHP zeichnet Hochhäuser aus, die mit mehr als ihrer reinen Höhe aus der Menge hervorstechen. Wichtige Kriterien sind neben Nachhaltigkeit, Technik und Wirtschaftlichkeit auch innovatives Design oder eine besonders gelungene Einbindung des Bauwerks in das jeweilige Stadtbild. Die wechselnde Jury besteht aus vier international renommierten Architekten, Ingenieuren und Architekturkritikern sowie je einem Vertreter der Deka, der Stadt Frankfurt am Main und des Deutschen Architekturmuseum (DAM).

Der Preis geht an den Architekten und den Bauherrn gemeinsam. Sie erhalten eine Skulptur des renommierten Künstlers Thomas Demand und ein Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro, das die Gewinner an Institutionen im Bereich Architektur und Städtebau spenden.

2020 ging das Preisgeld an „Archis“, ein Think Tank, der sich mit der Bedeutung der Architektur für den Menschen und ihrer Rolle als Kulturmedium beschäftigt. Im Projekt „Architecture of peace“ wird untersucht, wie Städte nach Kriegen wiederaufgebaut werden können, um sozialen Zusammenhalt zu schaffen. Außerdem gibt „Archis“ Publikationen heraus, u.a. das Magazin „Volume“. Mehr erfahren Sie unter www.archis.org und www.architectureofpeace.org.
 
Ziel des IHP ist es, die Bedeutung der Architektur in die Öffentlichkeit zu tragen und ein Bewusstsein für sie zu schaffen. Verantwortungsvolle Planung und eine Gestaltung, die soziale und ökologisch nachhaltige Kriterien in den Vordergrund rückt, sind wichtige Aspekte beim IHP. Als Mitbegründerin des Preises unterstützen wir damit die Vorbildfunktion der Gewinnergebäude für das Bauen in der Zukunft.

Ungewöhnliche Formen und herausragende Konzepte: Der IHP zeichnet die besten Hochhäuser der Welt aus. (Foto: © Hufton + Crow)

Alle Preisträger des IHP auf einen Blick

Bisher haben acht Architekten und Bauherren den Internationalen Hochhaus Preis erhalten. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM), die Deka und die Stadt Frankfurt vergeben den Preis gemeinsam.