Deka Digital Asset Monitor: Tokenisierte Wertpapiere durchbrechen Milliardengrenze

Der Markt für tokenisierte Wertpapiere gewinnt deutlich an Fahrt: Im zweiten Halbjahr 2025 wurden 71 digitale Wertpapiere emittiert – ein Rekordwert. Das Emissionsvolumen verdreifachte sich gegenüber dem Vorhalbjahr auf rund 280 Millionen Euro.

Damit überschreitet das Gesamtvolumen aller bisher ausgegebenen tokenisierten Wertpapiere die Schwelle von einer Milliarde Euro und erreicht 1,23 Milliarden Euro. Der Deka Digital Asset Index, der die Entwicklung der tokenisierten Wertpapiere nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG) abbildet, stieg von 1.387 Punkten am 30.06.2025 auf 3.007 zum 31.12.2025. „Die Blockchain-Technologie wird ein essentieller Bestandteil des Kapitalmarktes. Alle notwendigen Voraussetzungen wie Handelbarkeit und geldseitige Abwicklung sind angestoßen und kommen zunehmend in eine operative Phase“, sagt Marion Spielmann, Leiterin COO Bankgeschäftsfelder und Verwahrstelle der Deka. 
Symbolbild von Blockchain als einzelne Blöcke
Blickt man auf die Struktur der Emissionen, lassen sich zwei vielversprechende Entwicklungen ausmachen: Kleinere Unternehmen nutzen die Blockchain-basierte Abwicklung bereits produktiv und profitieren von Effizienzgewinnen. Etablierte Player entwickeln die Technologie und die notwendige Infrastruktur aktiv weiter und sorgen für eine zunehmende Professionalisierung des Marktes.

Das Jahr 2026 wird geprägt sein von einer Verbreiterung der Basis an Umsetzungsoptionen und Projekten. „Die Vielfalt der Konzepte und Intensität der Diskussionen zeigen die Bedeutung, die dem Thema beigemessen wird. Blockchain ist ein wichtiges Stück Zukunft und Souveränität für die europäische Finanzindustrie“, so Spielmann

Nach 21X AG haben sich im zweiten Halbjahr eine Reihe von neuen Marktteilnehmern dem DLT Pilot Regime angeschlossen, um den organisierten Börsenhandel mit tokenisierten Wertpapieren auf Basis von DLT weiterzuentwickeln. Zunehmend offener diskutiert wird die vom Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) geplante höhere Eigenkapitalhinterlegung bei der Nutzung öffentlicher Blockchain-Infrastrukturen, die als Hemmnis für institutionelle Akteure gilt.  
Portrait von Marion Spielmann, Deka

Marion Spielmann

Leiterin COO Bankgeschäftsfelder und Verwahrstelle der Deka

Bei digitalen Zahlungsmitteln entwickeln sich mehrere Lösungen parallel: Nach den erfolgreich verlaufenen ECB Trials für digitales Zentralbankgeld für den Interbankenverkehr (Wholesale-CBDC), plant die EZB mit der Initiative „Pontes“ eine operative Pilotphase für das dritte Quartal 2026. 10 nationale Zentralbanken sowie 38 Akteure aus verschiedenen Bereichen des Kapitalmarkts werden teilnehmen. Stablecoins in Form von E-Geld-Token (EMTs) nach MiCAR sind bereits im Einsatz. Qivalis – ein Konsortium von führenden europäischen Banken – plant, Mitte 2026 einen nach MiCAR regulierten Euro-Stablecoin als europäische Alternative zu Dollar-basierten Lösungen einzuführen. 

Über den Deka Digital Asset Monitor

Der vom Frankfurt School Blockchain Center, intas.tech und der Deka mit WM Datenservice als Datenlieferant entwickelte Monitor hat zum Ziel, die Entwicklungen rund um den Markt tokenisierter Wertpapiere (Kryptowertpapiere gemäß eWpG) abzubilden und Aussagen über dessen Reifegrad zu treffen. Der Digital Asset Index ist eine Berechnung aus den zwei gewichteten Hauptfaktoren Anzahl und Volumen der Emissionen.