Presseinformation

Konjunktur- und Kapitalmarktausblick: 2018 und 2019 werden Übergangsjahre auf dem Weg hin zu einer „normaleren“ Welt

28.11.2017
  • Konjunkturaussichten bleiben gut
  • Deutsche Kapazitäten werden eng, Euroland hat noch Luft
  • Realzinsen negativ bis 2025
  • Aktien: trotz Delle 2018 zum Vermögensaufbau unverzichtbar

Die Konjunkturaussichten bleiben auch für das kommende Jahr positiv: „Zwar werden sowohl 2018 als auch 2019 noch stabile Wachstumsjahre sein, allerdings werden sie auch den Übergang in eine „normalere“ und damit wieder schwankungsanfälligere Welt einleiten“, betont Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank in seinem Konjunktur- und Kapitalmarktausblick. 2018 wird die Weltwirtschaft nach Berechnung der Volkswirte der DekaBank um 3,7 Prozent wachsen. Im Euroraum erwarten sie ein Wachstum von zwei Prozent. „Selbst die krisengeschüttelten Staaten sind wieder auf einem guten Weg, allen voran die Länder, die Reformen angestoßen haben“, so Kater. Er erwartet für Griechenland im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent, für Irland 3,3 Prozent und für Portugal 2,0 Prozent. „Erstmals seit langem findet der weltweite Konjunkturaufschwung synchron statt“, so Kater. „So gering waren die Abweichungen zwischen den Ländern der Weltwirtschaft noch nie“, ergänzt er. Zusammen mit weiteren Anzeichen wie der geringen Leistungsbilanzungleichgewichte und der stabilen Aufwärtsbewegung deutet das für die Volkswirte der DekaBank auf einen andauernden Konjunkturaufschwung hin, der sich selbst verstärkt. Steigende Inflationsraten und Zinsen seien zwar ein Konjunkturrisiko, allerdings eher für spätere Jahre: „Die Inflation hat Startschwierigkeiten.“
 
Deutschland: Boom mit moderatem Wachstum
Auch wenn es in Deutschland Anzeichen für ein Heißlaufen der Konjunktur gibt, spreche das Gesamtbild für ein gesundes Wachstum: „Die Politik bremst hier nicht“, sagt Kater. „Die wirtschaftspolitischen Unterschiede zwischen Jamaika und GroKo sind nicht so groß, dass die Finanzmärkte sich neu orientieren müssten.“ Im Übrigen seien die Unternehmen robuster gegenüber den aktuellen politischen Diskussionen geworden. Heiß laufe vor allem der Arbeitsmarkt. „Die Unternehmer klagen über Fachkräftemangel und Liefer- und Kapazitätsengpässe“, so Kater. „Das einzige, was zu einem klassischen Boom noch fehlt, ist eine Beschleunigung des Lohnwachstums.“ Allerdings benötige eine solche Beschleunigung Zeit und werde eher 2019 zum Thema. Noch sprechen für die Volkswirte der DekaBank viele Faktoren für ein ausgewogenes Konjunkturbild. „Die Exporte ziehen an und stimulieren angesichts der knapp gewordenen Produktionskapazitäten die Investitionen“, sagt Kater und ergänzt: „Der Konsum ist und bleibt die wichtigste Stütze der Konjunktur.“ Mit einem Wachstum von 2,2 Prozent  sieht er Deutschland 2018 den stabilsten Aufschwung seit der Wiedervereinigung erreichen.
 
Realzinsfalle bleibt intakt, Märkte werden holpriger
Obwohl in den USA ab 2018 die Zentralbankbilanz wieder zu schrumpfen beginnt, gestaltet sich ein Zinsanstieg zäh. Insbesondere die Europäische Zentralbank hört nach der Einschätzung der Volkswirte der DekaBank erst Ende 2018 auf, netto Anleihen zu kaufen. Für Spareinlagen prognostizieren sie daher in den kommenden fünf Jahren negative reale Zinsen von -1,5 Prozent, für Bundesanleihen von -0,5 Prozent. „Erst ab 2021 werden wieder spürbar positive Zinsen auf dem Sparkonto ankommen“, betont Kater. „Selbst bei einem Zins von einem Prozent verlieren die Sparer aber durch die Inflationsrate weiter an Kaufkraft – damit bleibt die Realzinsfalle weiterhin intakt.“ Es seien auch demografische Gründe, die den Zins niedrig hielten: „Weltweit sparen derzeit geburtenstarke Jahrgänge wegen der zu erwartenden Überalterung an. Das sorgt für ein Überangebot an Kapital und damit hartnäckig niedrige Zinsen.“
 
An Aktien gehe daher zum Vermögensaufbau mittel- und langfristig kein Weg vorbei, auch wenn die Märkte zukünftig schwankungsanfälliger werden. „Nach heutigem Stand werden Aktien im Jahr 2017 eine Wertsteigerung im zweistelligen Prozentbereich erreichen“, kommentiert Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte & Strategie bei der DekaBank. Damit würden sie wieder die erfolgreichste der vier großen Assetklassen sein. Allerdings sei zu beachten, dass das günstige Marktumfeld und die gute Gewinnentwicklung bereits eingepreist seien. Dies könne zu Übertreibungen führen, so dass in den kommenden Monaten Konsolidierungen mit Abschlägen von zehn Prozent und mehr möglich wären. „Nach den positiven Überraschungen dieses Jahres werden die Aktienmärkte 2018 auch wieder einmal durchatmen. Wir erachten eine solche Konsolidierung als gute Möglichkeit, die Aktienbestände weiter auszubauen“, ergänzt Schallmayer. Denn mittel- und langfristig rechnen die DekaBank-Volkswirte mit einer soliden Aktienmarktentwicklung mit durchschnittlichen Zuwächsen zwischen drei und fünf Prozent.

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