Katers Welt.

Aktuelle Markteinschätzung von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Stand: 25. September 2026

Gutes Omen für die deutsche Wirtschaft?

Während die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin schwierige Regierungsbildungen erwarten lassen, senden die Unternehmen ein deutlich wünschenswerteres Signal: Der deutsche Gesamteinkaufsmanagerindex stieg im September um 2,0 Punkte und erreichte somit den höchsten Wert seit Oktober letzten Jahres. Die deutsche Privatwirtschaft wächst gegen Ende des dritten Quartals, trotz Inflationsdruck. Großen Anteil an diesem Zuwachs hat der Dienstleistungssektor. Ähnliches gilt für die gesamte Eurozone, die das stärkste Wachstum seit knapp dreieinhalb Jahren verzeichnet. Auch hier getrieben durch den Servicesektor mit einer deutlichen Geschäftstätigkeitszunahme und einer Seitwärtsbewegung bei der Industrieproduktion. Den widerstandsfähigen konjunkturellen Aufwärtstrend bestätigt auch der ifo-Geschäftsklimaindex: Jener stieg im September auf 89,9 Punkte an und signalisiert somit Zuversicht in den Erholungskurs der deutschen Wirtschaft.

Risiken für diesen Erholungskurs liegen im Außenhandel. Daher richtete sich der Blick nach Washington, wo US-Präsident Trump den chinesischen Präsidenten Xi empfing. Bereits im Vorfeld wurde dabei die zweimonatige Verlängerung des Waffenstillstandes im Zollkrieg bekanntgegeben. Auf der Agenda stand auch der Iran-Krieg. Die Iran-Diplomatie ist nach wie vor einer der treibenden Kräfte des Ölpreises. Am Anfang der Woche ließ sich eine Entlastung am Ölmarkt beobachten, ehe Öl der Sorte Brent wieder bis auf 104 Dollar stieg, nachdem unter anderem Irans Präsident Peseschkian in einer Rede vor den Vereinten Nationen den Druck der USA zurückwies. Zudem wird am Ölmarkt auf Neuigkeiten aus Saudi-Arabien bezüglich der geplanten Wiederaufnahme der Ölexporte über die Ost-West-Pipeline gewartet. Die Pipeline, welche eine Alternativroute zur Straße von Hormus darstellt, wurde Anfang des Monats durch Angriffe beschädigt. An den Börsen ist der hohe Ölpreis unerwünscht, weil er die Inflation antreiben kann. So gab der deutsche Leitindex DAX nach dem positiven Start in die Woche seine Gewinne wieder vollständig ab. Weniger Einfluss hatte der Ölpreis auf den US-Technologieindex Nasdaq 100, dieser erreichte zu Beginn der Woche ein neues Allzeithoch. Gebremst wurde die Rekordjagd vom US-Anleihemarkt: In Folge eines Ausverkaufs von US-Staatsanleihen erreichten langjährige Renditen Höchststände.

Der gestiegene ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert Zuversicht in den Erholungskurs der deutschen Wirtschaft.

Dr. Ulrich KaterChefvolkswirt der DekaBank

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