Stand: 29. Mai 2026
Aktienmärkte warten ab.
Nachdem Nachrichten über Verhandlungserfolge im Irankrieg über das Pfingstwochenende eine breite Rallye an den Aktienmärkten ausgelöst hatten, kühlte die Stimmung im Verlauf der zurückliegenden Handelswoche wieder etwas ab. Die Aktienmarktteilnehmer warten mit neuen Handelstrends ab, bis es zu einer Klärung über die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien und der Wiederöffnung der Straße von Hormus kommt. Abseits der geopolitischen Themen setzte sich insbesondere in den USA die Hausse im Halbleiter-Sektor fort. Die Wirtschaftsdaten der Woche bestätigten die bereits seit Längerem anhaltenden Dynamik-Unterschiede zwischen den europäischen Volkswirtschaften und den USA. Einem rekordniedrigen Verbrauchervertrauen in Frankreich und schwachen Wachstumsaussichten für Deutschland im Frühjahresausblick der Wirtschaftsweisen standen robuste Konjunkturdaten in den Vereinigten Staaten gegenüber.
Unterdes verdichtet sich im Euroraum – und insbesondere in Deutschland – ein Szenario: Wirtschaft und private Haushalte leiden unter hohen Abgaben, und trotzdem wird der Finanzbedarf des Staates immer weiter ansteigen, wenn die öffentlichen Ausgaben nicht grundlegend reformiert werden. Ein Grund für steigende öffentliche Ausgaben sind auch die gestiegenen Zinsen auf eine immer weiter anwachsende Staatsschuld. Gegenwärtig bereitet die Europäische Zentralbank die Märkte darauf vor, dass sie bei der nächsten Sitzung im Juni die Leitzinsen anheben wird, damit aus den Energiepreissteigerungen kein dauerhafter Inflationsprozess wird. An den Anleihemärkten und bei den Bauzinsen ist dieser Zinsschritt schon in Form höherer Zinsen verarbeitet. Weitere Zinsschritte würden aber auch hier zu weiter steigenden Zinsniveaus führen.
Dynamik-Unterschiede halten an: niedriges Verbrauchervertrauen und schwache Wachstumsaussichten in Europa gegenüber robusten Konjunkturdaten in den USA.


