Stand: 12. Juni 2026
Notenbanken im Zinserhöhungsmodus.
Die gerade gestartete Fußball-Weltmeisterschaft hat in der Breite keine Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Umso stärker sind dagegen die Einflüsse der geopolitischen Spannungen, die auch im Fußballturnier durchscheinen. Auch in der abgelaufenen Handelswoche gab es wieder den Gegensatz zwischen fortgesetzten Militäraktionen der Kriegsparteien im Nahen Osten und die fast schon üblichen Ankündigungen des US-Präsidenten über substanzielle Fortschritte bei der Beendigung des Irankriegs. Letztere ließen gegen Ende der Handelswoche die Aktienmärkte wieder aufatmen. Trotzdem tun sich die Rohstoffanalysten schwer bei der Abschätzung, wie lange die Reserven an fossilen Energieträgern noch ausreichen, um einen halbwegs reibungslosen Ablauf der Weltwirtschaft zu ermöglichen. In der vergangenen Woche hielt sich der Rohölpreis weiterhin unter der 100-Dollar-Marke und sackte nach den Aussagen der US-Administration weiter deutlich ab. Um den Preisdruck, der durch die bisherige Verteuerung von Energie in den europäischen Volkswirtschaften zu spüren ist, abzufedern, hat die europäische Zentralbank in dieser Woche ihre Leitzinsen angehoben. Mit den höheren Energiekosten durch den Irankrieg waren im bisherigen Jahresverlauf wieder Inflationsgefahren aufgekommen, wenngleich das Ausmaß bei weitem nicht so groß ist wie nach Ausbruch des Ukrainekriegs. Noch ist kein langfristiger Inflationsprozess in Gang gekommen, und die geldpolitische Straffung ist eine präventive Maßnahme dafür, dass dies auch so bleibt. Die erste Leitzinserhöhung nach knapp drei Jahren war gut vorbereitet und hat am Finanzmarkt niemanden mehr überrascht. Daher waren die Zinsen bei Anleihen oder Krediten bereits im Vorfeld angestiegen und haben auf die jetzige Zinsentscheidung nicht mehr reagiert.
Noch ist kein langfristiger Inflationsprozess in Gang gekommen, und die geldpolitische Straffung ist eine rein präventive Maßnahme.


