Katers Welt.

Aktuelle Markteinschätzung von Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Stand: 09. Oktober 2026

Eine Woche geprägt von Unsicherheiten.

Während der deutsche Leitindex DAX seine Seitwärtsbewegung auch in der gerade zu Ende gegangenen Woche fortsetzte, erreichten die wichtigsten US-Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq Composite kurzzeitig nochmals neue Rekorde. Getrieben wird dieser Anstieg vor allem von den Tech-Konzernen wie Nvidia und Meta. Das wirft die Frage auf, wie nachhaltig der Anstieg ist, denn die Kluft zwischen Tech-Werten und dem übrigen Markt hat sich in den vergangenen Wochen
wieder ausgeweitet.

Zur Mitte der Woche wurden sowohl der Anstieg der US-Indizes als auch der Anstieg der Anleiherenditen kurzzeitig gedämpft. Letzteres geschah durch eine Auktion 10-jähriger US-Staatsanleihen. Dabei belief sich die Zuteilungsrendite der Auktion auf 5,3 % und lag somit unter dem vorher am Markt gehandelten Niveau, die Nachfrage war entsprechend hoch.

Derweil wurden auch in Europa neue Höchstwerte bei den Zinsen erreicht: Die Rendite französischer Staatsanleihen (OATs) mit einer Laufzeit von 10 Jahren stieg mit fast 5 % auf ein neues Mehrjahreshoch. Dies geschah vor dem Hintergrund wachsender Zweifel daran, ob das Land seine Staatsfinanzen noch im Griff hat. Staaten, deren Staatsverschuldung besonders hoch ist, müssen Anlegern höhere Zinsen bieten. Entsprechend erreichten die Risikoaufschläge französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen vergangene Woche neue Höchststände seit der Euro-Krise. Diese Unsicherheit bezüglich der französischen Staatsfinanzen spiegelte sich auch im EUR/USD-Wechselkurs wider: Der Euro fiel auf seinen niedrigsten Wert seit 17 Monaten.

Unterdessen haben Ölproduzenten im Golf von Mexiko ihre Produktion auf Grund eines Sturmes, der sich in einen Hurrikan verwandeln könnte, vorübergehend etwa um ein Viertel gedrosselt. Dies und die in der vergangenen Woche wieder aufgenommenen Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus haben den Ölpreis der Sorte Brent wieder auf bis zu 105 USD je Barrel steigen lassen.

Am Markt wachsen die Zweifel, ob Frankreich seine Staatsfinanzen noch im Griff hat.

Dr. Ulrich KaterChefvolkswirt der DekaBank

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