Fondsporträts

Stars & Stripes im Fokus

Die USA kommen wirtschaftlich in Fahrt – und daran können auch Anlegerinnen und Anleger teilhaben. Mit Investments in Firmen aus den USA, aber ebenso mit Unternehmen aus anderen Ländern, die indirekt vom neuen Schwung und den Programmen von US-Präsident Joe Biden profitieren.
 
Amerika erneuert sich: Viele Milliarden fließen in die Sanierung von Wohnhäusern, Büros, Brücken und Straßen. Da freut sich nicht nur Ward Nye, Chef des Steinbruchbetreibers Martin Marietta, auf „nachhaltiges Wachstum und steigenden Unternehmenswert”. Auch die Elektromobilität soll stärker gefördert werden. Gut für Stellantis, den frischgebackenen Zusammenschluss von Fiat-Chrysler und des französischen Autokonzerns PSA, der einen Rekordzuwachs beim US-Absatz seiner Elektroautos verzeichnet. Und der von der US-Regierung geplante Ausbau des Breitbandnetzes kann massive Auftragseingänge für Skandinaviens Netzausrüster Ericsson und Nokia bedeuten.
 
Das sind nur einige Beispiele, die Michael Beyer-Enke einfallen, wenn er nach Profiteuren des großen neuen US-Konjunkturpakets gefragt wird. Und in diesen Tagen wird der Deka-Fondsmanager, als besonders versierter US-Experte im Team der Fondsgesellschaft, oft gefragt. „Es ist schon eine enorme Dynamik im Markt”, sagt der Beobachter.
 
Die USA werden 2021 voraussichtlich eine echte Lokomotive für die Weltwirtschaft sein – und besonders für die Kapitalmärkte. Handel, Industrie und Dienstleistungen kommen in Blitzgeschwindigkeit aus der Coronakrise; das liegt am schnellen Impftempo, den billionenschweren Hilfspaketen des Staates, aber auch an der besonderen Stärke des US-Markts selbst.
 
Aktienindex: Die USA prägen den MSCI World

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Beyer-Enke zählt fünf Gründe für das starke Comeback der USA auf: Der Arbeitsmarkt ist viel flexibler als in Europa – und schafft gerade Millionen neue Stellen. Es gibt deutlich mehr Risikokapital, mit dem Start-ups, Innovationen und die Wirtschaft insgesamt angekurbelt werden. Drittens ist das Vertrauen in den Dollar seit mehr als 100 Jahren ungebrochen. Viertens locken einige der besten Unis der Welt Talente ins Land. Und fünftens agiert auch US-Präsident Joe Biden bei allen staatlichen Programmen immer nach der Devise: Der Markt hat Vorrang. „Da werden nur selten Unternehmen künstlich am Leben gehalten – das Geld des Staates geht konzentriert in die Zukunftsfähigkeit”, so Beyer-Enke.
 
Da 60 Prozent des Geldes im größten Kapitalmarkt der Welt in wachstumsstarken Unternehmen stecken, kurbeln die Billionen von Präsident Biden mittelbar viele Firmen in Europa an. Daran partizipieren auch Fondsanleger, die gar nicht ihr Hauptaugenmerk auf die Vereinigten Staaten legen – das zeigen einige Beispiele aus dem Deka Anlageuniversum.
 
Aufschwung für die digitale Kommunikation
 
Besonders im Fokus ist aktuell die Digitalbranche. Neben Nokia und Ericsson ist Huawei der bedeutendste Netzwerk-Ausrüster für die Mobilfunknetze der Welt. In den USA bleibt der chinesische Anbieter allerdings wegen Spionageverdachts vom Wettbewerb ausgeschlossen. Die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile setzt daher beim milliardenschweren Ausbau ihrer Netze allein auf die europäischen Firmen. Aber auch IT-Unternehmen wie Softbank aus Japan profitieren mit ihren mobilen Internetdiensten vom digital vernetzten Boom, der durch die Pandemie weltweit eine Beschleunigung erlebt hat. Auch Videokonferenzen, Online-Gaming oder das Streamen von Musik und Serien sind populär.
 
In diesen Digitalbranchen ist der Deka-Digitale Kommunikation investiert. Fondsmanager Andreas Wagenhäuser sieht hier etwa den kommenden Trend, ganze „Kinofilme mit 5G über Streamingdienste in Sekundenschnelle abzurufen – und hochauflösend anzuschauen”. Walt Disney, neu auch im Streamingmarkt aktiv, hat bereits kurz nach dem Start durch den Lockdown fast 100 Millionen Abonnenten gewonnen – ein Kundenstamm, auf den sich jetzt aufbauen lässt. Disney ist eines der Papiere, die aktuell stark in Wagenhäusers Fonds vertreten sind, wobei die erwartete Erholung der Parks und Studios von der Kursentwicklung der letzten Monate schon antizipiert worden ist.
 

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Tesla bedient gleich mehrere Megatrends: Neben der Digitalisierung nutzt der Erfolg des amerikanischen Autoherstellers auch dem Klimaschutz.
Foto: ddp Images

Wer langfristig Vermögen bilden will, sollte daher breit streuen – und kontinuierlich am Ball bleiben. Besonders interessant kann es dabei sein, auf große globale Megatrends wie eben Digitalisierung oder auch die Sharing Economy zu setzen. Bei diesen Themen kommt man an „Made in America” kaum vorbei. Das ist im Portfolio des zweiten Fonds-Beispiels, des Deka-MegaTrends, gut abzulesen: Apple, Amazon und der Chiphersteller Nvidia sind einige der Werte, die hier derzeit einen bedeutenden Anteil stellen – und den hat das Fondsmanagement bei den Tech- und Handelsriesen kürzlich noch ausgebaut.
 
Doch auch der Megatrend Gesundheit spielt im Portfolio eine wichtige Rolle. Selbst nach Corona wird das Thema in den USA, Europa und Teilen Asiens stark vertreten sein, ist sich Alexander Eickhoff sicher. Der Fondsmanager des Deka-MegaTrends weiß, dass „das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung kontinuierlich steigt und damit auch die Gesundheitsausgaben der Länder, in denen viele ältere Menschen leben“. So plant auch die Regierung von Joe Biden massive Investitionen in den Gesundheitsbereich. Profitieren werden von der Entwicklung nicht zuletzt die Entwickler neuer Behandlungsmethoden – sei es ein Klassiker wie Bayer, ein Newcomer wie Biontech oder ein branchenfremder Innovator wie die Google-Dachgesellschaft Alphabet.
 
Umweltschutz geniesst Priorität
 
Für Gesundheit ist auch eine saubere Umwelt wichtig. Nur: Wer in den vergangenen Jahren an Umweltschutz gedacht hat, dem kamen womöglich spontan nicht gerade die drei Buchstaben „USA” in den Sinn. Dafür sorgte der Kurs von Bidens Vorgänger, mit seiner Kohleförderung, dem Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen oder den Genehmigungen für Ölförderungen in Naturschutzgebieten. Aber die USA waren schon 2020 mehr als Trump. Bundesstaaten wie Kalifornien, New York oder Washington sind den globalen Abkommen zum CO2-Abbau treu geblieben und haben teils strengere Klimaschutzgesetze als Europa.
 
Fast ein Viertel des Fondsvermögens beim dritten Fonds-Beispiel, dem Deka-Umweltinvest, steckt daher in US-Firmen wie Tesla. Größter Einzelwert derzeit ist aber der Windanlagenbauer Vestas aus Aarhus in Dänemark – und auch der dürfte vom geplanten Infrastrukturpaket der Regierung Biden kräftig Rückenwind erhalten. Erst vor wenigen Tagen haben die Dänen aus den Vereinigten Staaten gleich zwei Großaufträge von jeweils mehr als einem halben Gigawatt ergattert. Zudem plant Biden Investitionen für die Runderneuerung des Wassernetzes und den Ersatz umweltschädlicher Bleirohre. Auch das Abdichten enorm umweltschädlicher Gas- oder Öllecks ist eine Großaufgabe für spezialisierte Umweltfirmen.
 
Im Moment machen die Staaten anderen Märkten, abgesehen von der zweiten globalen Wachstumslok China, einmal mehr vor, wie Aufschwung geht: So stieg etwa der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor bereits im März spürbar und im Gleichschritt mit seinem großen Bruder für das verarbeitende Gewerbe. Die Deka-Volkswirte erwarten 2021 ein gesamtwirtschaftliches Wachstum für die USA von aufs Jahr hochgerechneten gut 6 Prozent, die US-Notenbank sogar von 6,5 Prozent. Demnach werden ziemlich sicher auch die Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen kräftig steigen, was sich vielerorts in der Aktienkursentwicklung niederschlagen dürfte.
 
Mehr Dynamik im US-Immobilienmarkt
 
Von der wachsenden Kapitalkraft der Firmen und privaten Haushalte wird indes nicht nur die Anlageform Aktien profitieren. Das geht auch jenseits der Börsen, wie der Deka-ImmobilienNordamerika beweist. Der Fonds investiert überwiegend in nordamerikanische Gewerbeimmobilien aus den verschiedenen Segmenten Büro, Einzelhandel, Hotel und Logistik. Diese Diversifizierung hat sich gerade in der Coronakrise bewährt, als Hotels und Einzelhandel leiden mussten – auch, wenn ein geschlossenes Hotel ja nicht gleich als Mieter ausfällt.
 
Pascal Arnds, Fondsmanager des Deka-ImmobilienNordamerika, kann sich jetzt aber schon wieder über eine große Dynamik im Markt freuen. Viele Top-Unternehmen und ein größeres Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum als in anderen Industrieländern ergeben auch mehr Chancen beim Comeback der US-Wirtschaft. Gerade jetzt, wo landesweit die Schranken in Einzelhandel und Gastronomie wieder fallen und Hotels schon Rekordbuchungen für den Sommer vermelden.
 
Für manche Anleger, die mit dem Fonds in die gegenwärtig acht Objekte in US-Metropolen wie Portland, Chicago und Boston investiert sind, geht es aber nicht nur um Miethöhen und Auslastungen: Der Fonds notiert in der US-Währung. Der langfristig orientierte Anleger kann so nicht nur in den Immobilienmarkt Nordamerika investieren, sondern auch sein Währungsportfolio um eine internationale Leitwährung diversifizieren.
 
Wem Themen wie Immobilien oder Umwelt zu speziell sind, der kann auch mit dem DekaLux-USA breiter gestreut speziell in nordamerikanische Aktien investieren. Ein klarer Fokus liegt auf dem Technologiesektor, aber ebenso haben Konsumgüter-, Finanz- und Gesundheitskonzerne einen starken Anteil. „Gerade durch die Digitalisierung sind da auch Grenzen fließend geworden”, so Beyer-Enke. Amazon macht als weltgrößter Cloud-Anbieter mit IT-Lösungen einen großen Teil seines Gewinns, zählt aber börsenoffiziell weiter zu den Handelsriesen, Facebook fällt dagegen in die Medienbranche. Aber auch manche Bank ist in den vergangenen Jahren vor allem mit digitalen Produkten gewachsen – ein Trend, der sich gerade in den Vereinigten Staaten durch die Pandemie noch beschleunigt. Gleichwohl sollten Anleger bedenken, dass eine Anlage in Investmentfonds Wert- und gegebenfalls Währungsschwankungen unterliegen kann, die sich auch negativ auf den Wert einer Anlage auswirken können.
 
„An den US-Börsen findet man einfach in allen Segmenten eine große Anzahl erstklassig aufgestellter und potenter Unternehmen”, schwärmt Beyer-Enke. Dadurch können Anleger ihr Geld über entsprechende Fonds breit streuen und das Risiko reduzieren. So hat der DekaLux-USA gerade mit Diversey einen Spezialtitel zur Wasseraufbereitung für die Nahrungsmittelindustrie in das Portfolio beigemischt. Grüne Diversifizierungen wie diese dürften im Zuge des geplanten bidenschen Infrastrukturprogramms auch Wachstumspotenzial entfalten können.
 
Zudem könnte der geplagte Tourismussektor, der ebenfalls im DekaLux-USA vertreten ist, im Jahresverlauf mit dem Rückgang der Coronapandemie in den USA anspringen: So rechnet die Kreuzfahrtindustrie wieder mit der Lust aufs kleine Abenteuer. Auch Disneys Parks in Kalifornien öffnen kommende Woche wieder ihre Pforten. Beide Branchenriesen setzen zudem auf Rekordergebnisse 2022. Dann, so sind sich die Unternehmen sicher, dürften auch die Kreuzfahrtschiffe im Mittelmeer, Indischen Ozean oder in der Karibik sowie die Disneyland-Parks in Paris, Tokio, Orlando oder Hongkong wieder den Anlegerinnen und Anleger finanzielle Freude bereiten – als Botschafter der guten Laune „Made in USA“.

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Foto: Imago Laif


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Michael Beyer-Enke, Fondsmanager des DekaLux-USA
Foto: Deka

Text: Peter Weißenberg, Quelle: fondsmagazin.de
Stand: 26.04.2021

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