Der Investmentprozess der Deka.

Anlagestrategien mit Nachhaltigkeitsmerkmalen von Deka Investments.

Der Investmentprozess im Überblick.

Nachhaltigkeitsmerkmale sind für Deka Investments (nachfolgend nur „Deka“) kein Zusatzmerkmal, sondern fester Bestandteil jeder Anlageentscheidung – von der ersten Prüfung eines möglichen Investition bis zur laufenden Überwachung eines Portfolios. Nachhaltigkeitsmerkmale sind dabei fest in unseren Investmentprozessen verankert.

Im Folgenden erläutern wir den Aufbau unseres Investmentprozesses, die dabei angewandten Kriterien sowie die Unterschiede zwischen unseren Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen und unseren übrigen Fonds.

Bei Investmentprozessen wird grundsätzlich zwischen direkten Investitionen in Unternehmen oder Staaten sowie Investitionen in Zielfonds – also Fonds, die wiederum in andere Fonds investieren – unterschieden.

Doch was bedeutet das genau?

  • Fonds mit direkten Investitionen in Unternehmen oder Staaten investieren unmittelbar in einzelne Wertpapiere, zum Beispiel Aktien oder Anleihen. Anlegerinnen und Anleger beteiligen sich damit an der wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Unternehmen oder Staaten.
  • Zielfonds, legen ihr Vermögen in andere Fonds an. Diese Zielfonds können wiederum in Fonds mit unterschiedlichen Anlageklassen investieren, etwa Aktien-, Renten-, Immobilien oder Geldmarktfonds. So entsteht ein breit gestreutes Portfolio.
  • Ein Fonds kann auch beide Ansätze kombinieren: direkte Investitionen in Unternehmen oder Staaten sowie Investitionen in Zielfonds.


Übergreifend gilt: Die Deka ist bereits seit 2012 der PRI-Initiative (Principles for Responsible Investment) beigetreten – einem von den Vereinten Nationen unterstützten internationalen Netzwerk von Investoren zur Förderung nachhaltigkeitsorientierter Investitionen [1]. Umwelt- und soziale Aspekte sowie Aspekte guter Unternehmensführung sind damit fester Bestandteil der Investmentprozesse der Deka. Wir betrachten ESG-Kriterien dabei aus zwei Blickrichtungen: Zum einen prüfen wir, welche Risiken von Nachhaltigkeitsrisiken wie dem Klimawandel auf ein Unternehmen und seine Geschäftstätigkeit ausgehen können (Outside-in-Perspektive), zum anderen betrachten wir, welche positiven und negativen Auswirkungen ein Unternehmen selbst auf Umwelt und Gesellschaft hat (Inside-out-Perspektive).

Der Investmentprozess für direkte Investitionen in Unternehmen oder Staaten.

Aufbauend auf diesen Prinzipien kommen in den Investmentprozessen unserer Fonds verbindliche Ausschlusskriterien zur Anwendung:

  • So sind Investitionen in Hersteller geächteter und kontroverser Waffen ausgeschlossen. [2] [3]
  • Die Deka bietet keine Fonds an, die unmittelbar die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln abbilden.
  • Zudem investieren die aktiv gemanagten Fonds nicht in Unternehmen, die 15 % oder mehr ihres Umsatzes mit Kohleförderung oder 25 % oder mehr ihres Umsatzes mit Kohleverstromung erzielen.
     

Weiterhin werden potenzielle Investitionen in Unternehmen anhand des Deka-eigenen ESG-Risikostufenmodells untersucht. Für Sie als Anlegende bedeutet dies, dass bei allen direkt Investitionen in Unternehmen Nachhaltigkeitsrisiken und damit deren mögliche Wirkung auf die Werthaltigkeit einer Anlage berücksichtigt werden.

Neben finanziellen Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen wir im Rahmen des Investmentprozesses auch negative Nachhaltigkeitsauswirkungen der Aktivitäten von Unternehmen oder Staaten. Ziel ist es, die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu begrenzen und im Zeitverlauf zu verringern. Diese Auswirkungen werden auch als wichtigste nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (Principal Adverse Impacts, PAI) bezeichnet [4].
 

ESG-Risikostufenmodell.

Die Deka betreibt ihr eigenes ESG-Risikostufenmodell. Es handelt sich um ein aus sechs Risikostufen (A bis F) bestehendes Kaskadenmodell für Investitionen in Unternehmen, das auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken im Investmentprozess abzielt. Emittenten, die aus ESG-Perspektive risikobehaftet erscheinen, werden dabei den oberen Risikostufen D bis F zugeordnet, während risikoärmere Emittenten in den unteren Stufen A bis C eingeordnet werden. Als Inputfaktoren für diese Einschätzung dienen sowohl extern bezogene ESG-Daten als auch proprietäres ESG-Research, wodurch auch ereignisbezogene Nachhaltigkeitsrisiken zeitnah erfasst werden können, bevor sie in externen Datenquellen sichtbar werden.

Die Zuordnung der Emittenten zu einer Risikostufe erfolgt durch unsere ESG-Sektoranalysten. Eine Einstufung in die höchsten Risikostufen E und F setzt zusätzlich eine Entscheidung des Sustainability Risk Committee voraus, das sich aus Mitgliedern der Geschäftsführung zusammensetzt. Die jeweilige Risikostufe eines Emittenten bestimmt dabei den Umfang des Ausschlusses aus dem Anlageuniversum – also ob dieser nur für Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen oder für alle Deka-Fonds gilt. Das Modell dient damit vor allem als Frühwarnsystem zur systematischen Aufdeckung von ESG-Risiken, die sich negativ auf den jeweiligen Unternehmenswert auswirken können: Unternehmen mit besonders schweren Verstößen gegen Umwelt-, Sozial- oder Governance-Faktoren werden auf dieser Basis für Investitionen aller Deka-Fonds ausgeschlossen. Einschätzungsänderungen werden im Rahmen einer monatlichen Überprüfung oder anlassbezogen durchgeführt. 

Wichtigste nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren.

Neben Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt die Deka in ihren Investitionsprozessen auch nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren von Unternehmen oder Staaten. Ziel ist es die PAI zu begrenzen und zu verringern [5]. PAI sind insbesondere negative Auswirkungen aus den Aktivitäten investierter Unternehmen oder Staaten, die sich in Bezug auf Nachhaltigkeitsfaktoren wie Umwelt-, Sozialthemen, Arbeitsrecht oder Menschenrechte ergeben.

Für die direkten Investitionen unserer Fonds in Unternehmen oder Staaten gelten feste Schwellenwerte für bestimmte, besonders schwerwiegende oder irreversible nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Bei deren Überschreitung der Schwellwerte können potenzielle Investitionen auf Basis einer Ampellogik von den Anlageuniversen unserer Fonds ausgeschlossen werden. Die automatisierte Prüfung dieser Schwellenwerte erfolgt bereits im Rahmen der Investitionsentscheidung. Die Schwellenwerte unserer Ampellogik für Unternehmen und Staaten hängen dabei auch davon ab, ob es sich um einen Fonds mit oder ohne Nachhaltigkeitsmerkmale handelt – für Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen gelten grundsätzlich strengere Schwellwerte bei den PAI.

Im Zuge unseres Bestrebens, die PAI der Portfoliounternehmen zu verringern, wird abhängig vom überschrittenen Schwellenwert zudem ein aktiver Dialog mit den Emittenten zur Reduzierung der PAI aufgenommen – bis hin zur Anwendung weiterer Eskalationsinstrumente, sollte sich keine Verbesserung einstellen.

Produkte mit Nachhaltigkeitsmerkmalen (ESG).

„ESG" steht für die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Die ökologische Nachhaltigkeit („Environment"), die soziale Nachhaltigkeit („Social") und die verantwortungsvolle Unternehmensführung („Governance").

Alle unsere Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen verfolgen eine Deka-eigene ESG-Strategie und müssen dafür besonderen Anforderungen genügen. Bei unseren direkt investierenden Aktien-, Renten- und Mischfonds erfolgt dies durch weitere, über die gruppenweiten Mindestausschlüsse hinausgehende Ausschlüsse sowie durch eine Analyse der Auswirkungen einer Investition auf Nachhaltigkeitsfaktoren. Je nach Anlagestrategie des jeweiligen Fonds legen wir dazu bestimmte ESG-Kriterien fest, deren Nichteinhaltung zu einem Ausschluss aus dem Anlageuniversum führt. Aus diesen Kriterien werden entsprechende Positiv- oder Negativlisten für das Anlageuniversum abgeleitet.

Ausschlusskriterien für direkte Investitionen in Unternehmen.

Die Deka-ESG-Filter berücksichtigen ausgewählte ESG-Kriterien und schließen bestimmte Unternehmen aus. So werden beispielsweise Unternehmen ausgeschlossen, die an der Produktion von Rüstungsgütern beteiligt sind [6] oder die Einnahmen durch den Anbau oder die Produktion von Tabak generieren. Ebenfalls ausgeschlossen werden direkte Investitionen in Unternehmen mit einem unterdurchschnittlichen ESG-Rating [7].

Außerdem sind Investitionen in Unternehmen oder Staaten mit eklatanten Verstößen gegen Menschen- und Arbeitsrechte oder schweren Vorfällen im Bereich Bestechung, Korruption und Umweltzerstörung in unseren Fonds ausgeschlossen.

Die ESG-Anlagestrategien der Fonds sowie die jeweils geltenden ESG-Ausschluss- und Auswahlkriterien können dem Fondsprofil und den nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen im Verkaufsprospekt des jeweiligen Fonds entnommen werden. Diese sind auf unserer Webseite unter www.deka.de/privatkunden/fondssuche abrufbar.

Darüber hinaus treten wir im Rahmen unserer treuhänderischen Verpflichtung auch mit Unternehmen in den Dialog, bei denen wir besonders schwerwiegende Defizite in Bezug auf Umwelt- oder Sozialaspekte oder Aspekte der guten Unternehmensführung feststellen. Sollten sich diese Defizite nach einem Jahr nicht wesentlich verbessert haben, kommen im Rahmen unseres mehrstufigen Eskalationsprozesses weitere Instrumente zum Einsatz – etwa eine kritische Ausübung des Stimmrechts, kritische Redebeiträge auf Hauptversammlungen oder letzte Eskalationsstufe die Herabstufung im Risikostufenmodell.

Portfoliozusammensetzung durch das Deka-Fondsmanagement.

Aus den nach ESG-Kriterien als investierbar eingestuften Anlageuniversum wählen die Fondsmanagerinnen und Fondsmanager der Deka auf Grundlage fundamentaler Analysen die aus ihrer Sicht passenden Titel für den Fonds aus.

Abhängig von der jeweiligen ESG-Anlagestrategie können sie auch gezielt in Unternehmen oder Staaten investieren, die durch ihre Produkte, Dienstleistungen oder Produktionsweisen zu einem oder mehreren Ziele für Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDG) beitragen können. [8] 

Nachhaltigkeit ist nicht gleich Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeitsorientiertes Investieren über Deka-Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen kann auf zwei Arten erfolgen: Zum einen investieren die Fonds in Unternehmen oder Staaten, die bereits bestimmte ESG-Standards erfüllen oder gute ESG-Bewertungen aufweisen. Zum anderen können Anlegende über die Deka-Fonds in Unternehmen oder Staaten investieren, deren Produkte und Dienstleistungen zu nachhaltigen Zielen beitragen können und den gesellschaftlichen Wandel fördern.

Beide Ansätze – die Investition in bereits nachhaltig positionierte Akteure und die Förderung von Transformation – ergänzen sich innerhalb unserer Fondspalette.

Der Investmentprozess für Investitionen in Zielfonds.

Alle Fonds [9], die in Zielfonds investieren, durchlaufen einen mehrstufigen Analyseprozess. Die möglichen Investitionen in Zielfonds werden dabei auf ESG-Risiken untersucht. Für Sie als Anlegende bedeutet dies, dass bei allen Fonds Nachhaltigkeitsrisiken und deren nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt werden.

Ziel unseres Auswahlprozesses für Zielfonds ist es, die PAI in den von uns verwalteten Portfolien auf Umwelt- und/oder Sozialfaktoren zu begrenzen beziehungsweise zu verringern.

Im ESG-Prüfprozess kommt in der ersten Stufe ein sogenanntes Negativ-Screening zum Einsatz: Mindestausschlüsse grenzen das Anlageuniversum des jeweiligen Fonds ein. Um die negativen Nachhaltigkeitsauswirkungen, die mit den Investitionen des Fonds in Zielfonds verbunden sind, zu begrenzen, wird das Anlageuniversum im Rahmen der ESG-Strategie zusätzlich durch die Anwendung verbindlicher, nachhaltigkeitsbezogener Ausschlusskriterien eingeschränkt.

Im Rahmen der ESG-Strategien werden unterschiedliche Ansätze bei Fonds mit Nachhaltigkeitsmerkmalen eingesetzt, um die Auswahl der Zielfonds für das Portfolio vorzunehmen. Diese sind:

  • PAI Best-in-Class: Bei dieser Strategie werden Zielfonds ausgewählt, die zu den besten 50 % ihrer Vergleichsgruppe in Bezug auf die PAI-Kennzahlen gehören. Zudem müssen diese Fonds ein ESG-Rating von mindestens „BBB" [10](von MSCI Solutions (Germany) GmbH oder einem vergleichbaren Anbieter) aufweisen. Zusätzlich ist erforderlich, dass das Fondsmanagement bzw. die Kapitalverwaltungsgesellschaften der Zielfonds die PRI-Prinzipien [11] in ihre Anlageentscheidungen einfließen lassen.
  • Paris-Aligned Benchmark (PAB): Bei der Auswahl von Zielfonds müssen die gewichteten Bestandteile des jeweiligen Zielfonds zu mindestens 90 % die Ausschlusskriterien nach Paris-Aligned Benchmark einhalten. Diese umfassen beispielsweise Kriterien für Unternehmen in Bezug auf fossile Brennstoffe. Zudem sind Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen, die an Aktivitäten im Zusammenhang mit umstrittenen Waffen oder am Anbau und der Produktion von Tabak beteiligt sind, sowie Investitionen in Unternehmen, die gegen die Grundsätze der Initiative „Global Compact" der Vereinten Nationen oder gegen die Leitsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für multinationale Unternehmen verstoßen.

Die ESG-Anlagestrategien der Fonds sowie die jeweils geltenden ESG-Ausschluss- und Auswahlkriterien können dem Fondsprofil und den nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen im Verkaufsprospekt des jeweiligen Fonds entnommen werden. Diese sind auf unserer Webseite unter www.deka.de/privatkunden/fondssuche abrufbar.


Durch einen zielgerichteten, kontinuierlichen Dialog mit Kapitalverwaltungsgesellschaften und dem Fondsmanagement – in der Regel im Rahmen von Einzelgesprächen mit ESG-Spezialisten (One-on-One), ergänzt um standardisierte Anfragen – soll die fortlaufende Verbesserung der ESG-Kennzahlen von Zielfonds erreicht werden. Kommt es dabei zu Überschreitungen der PRI-Schwellwerte, wird gezielt der Dialog mit dem Fondsmanagement oder Kapitalverwaltungsgesellschaft gesucht. Eine Investition in den betreffenden Zielfonds wird erst wieder möglich, sobald die entsprechende Kontroverse aufgelöst oder die PAI-Kennzahlen sich verbessert haben. 

Zielfonds.

Aus einem nach ESG-Aspekten geprüften und ausgewählten Anlageuniversum von Zielfonds identifizieren unsere erfahrenen Fondsanalystinnen und -analysten anhand fundierter Analysen geeignete Fonds. Darauf aufbauend stellt das Fondsmanagement zielgerichtete Portfolios für die jeweiligen Anlagelösungen zusammen.

Immobilienfonds.

Die offenen Immobilienfonds der Deka Immobilien GmbH berücksichtigen bei der Auswahl und Bewirtschaftung ihrer Immobilien ebenfalls ökologische Merkmale sowie PAI [13]. Dabei werden beispielsweise der CO₂-Ausstoß oder die Energieeffizienz der Immobilien bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt.

Zur Dokumentation der ESG-Standards unserer Immobilien nutzen wir Zertifizierungen nationaler und internationaler Anbieter [14]. Für liquide Investitionen verlangen wir zudem die Einhaltung der Prinzipien des UN Global Compact.

Die konkreten ESG-Standards sowie die jeweils geltenden ESG-Ausschluss- und Auswahlkriterien der Immobilienfonds können dem Fondsprofil und den nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen im Verkaufsprospekt des jeweiligen Fonds entnommen werden. Diese sind auf unserer Webseite unter www.deka.de/privatkunden/fondssuche abrufbar.

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