Zertifikate-Kolumne vom 15.06.2026.

Sartorius: Solide Zahlen, nervöse Börse und Aktivist Elliott mischt mit.

Werbung. Göttingen im Jahr 1870. Florenz Sartorius gründet in der Universitätsstadt am Südrand des Harzes eine Werkstatt für Präzisionswaagen. Was damals für den Apotheker um die Ecke gedacht war, wurde im Lauf der Jahre zur globalen Plattform für die Pharmaindustrie. Ich erinnere mich noch gut an die Corona-Pandemie: Während alle über Impfstoffe sprachen, fragte sich kaum jemand, wie diese eigentlich hergestellt werden. Die Antwort liegt zu erheblichen Teilen in Göttingen. Von hochpräzisen Laborwaagen über Zellkultursysteme bis hin zu Technologien für die biopharmazeutische Produktion reicht das Portfolio des Unternehmens, das in vielen Laboren und Produktionsstätten rund um den Globus unverzichtbar geworden ist. Sartorius ist der unsichtbare präzise Helfer im Hintergrund, und mit seinem Angebot nicht auf den Erfolg eines einzelnen Medikaments oder einer einzelnen Therapie angewiesen. Stattdessen profitiert Sartorius von langfristigen Trends wie der alternden Weltbevölkerung, steigenden Gesundheitsausgaben und dem Boom der Biotechnologie – ein verlässlicher Partner für die Therapien von morgen. Klingt nach einer ziemlich soliden Perspektive, oder? Lassen Sie uns Sartorius mal wieder genauer anschauen…

Ganz so problemlos waren die letzten Jahre nicht. Der Labor- und Pharmazulieferer profitierte während der Corona-Pandemie wie andere Zulieferer der Biopharmaindustrie von der weltweiten Impfstoff- und Medikamentenproduktion. Viele Kunden bestellten nicht nur mehr Produkte, sondern legten auch große Vorräte an, um Lieferengpässe zu vermeiden. Nach der Pandemie wurden die hohen Lagerbestände dann nur langsam abgebaut, was Sartorius bis ins Jahr 2024 hinein zu spüren bekam. 

Die Talsohle ist nun vorbei. Das zeigt auch das erste Quartal 2026. Der Konzernumsatz stieg um 1,8 Prozent auf fast 900 Millionen Euro, wechselkursbereinigt sogar um 7,5 Prozent. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 16 Prozent auf 56,2 Millionen Euro, begünstigt durch gesunkene Kosten und eine niedrigere Steuerlast.

Neben der bereits stark laufenden Bioprozesssparte kommt inzwischen auch der lange schwächelnde Laborbereich wieder in Gang – vornehmlich dank der Verbrauchsmaterialien. Produkte wie Einwegbeutel, Pipetten oder Filter werden eben regelmäßig beschafft und sorgen für verlässliche Basisumsätze. Schwachstelle bleibt das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten: „Noch etwas ruhiger, als wir es in Zukunft haben möchten“, sagte Konzernchef Michael Grosse, der im Sommer 2025 von seinem langjährigen Vorgänger Joachim Kreuzburg das Ruder übernahm. Ab 2027 soll das Wachstum bei Umsatz und Margen deutlich beschleunigen.

Für 2026, das Grosse als Übergangsjahr definiert, peilt er ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis neun Prozent an. Die EBITDA-Marge soll leicht über 30 Prozent steigen. Das zweite Halbjahr soll dabei stärker ausfallen als das erste. Zölle und der Iran-Konflikt nannte Grosse als Unsicherheitsfaktoren, die das Unternehmen bislang aber gut abfedern konnte – durch Anpassungen in Produktion und Lieferkette sowie Weitergabe gestiegener Kosten an Kunden.
Für zusätzliche Spannung im Sartorius-Umfeld sorgt derweil der aktivistische US-Investor Elliott. Laut Wall Street Journal hat er eine beachtliche Beteiligung am Sartorius-Großaktionär Bio-Rad Laboratories aufgebaut. Bio-Rad hält rund 28 Prozent der Sartorius-Vorzugsaktien und rund 38 Prozent der Stammaktien. Das sind Anteile im Wert von mehr als vier Milliarden Euro. Elliott soll Bio-Rad demnach dazu drängen, etwas gegen seinen mauen Aktienkurs zu unternehmen. Was das konkret für Sartorius bedeutet, bleibt abzuwarten – aber es ist ein Zeichen, dass externe Investoren die Wachstumsstory ernst nehmen.

Der Sartorius-Aktienkurs spiegelt die gemischte Stimmung wider. Der Markt honoriert solide Zahlen derzeit kaum, wenn sie nur Erwartungen treffen statt übertreffen. Sartorius ist und bleibt sicherlich eine langfristig überzeugender Akteur im Wachstumsmarkt Biopharma. Doch das Kursbild ist eben schwankend, das Geschäft mit Großinvestitionen bleibt vorerst verhalten, und externe Einflüsse wie Zölle und Aktionärsstreitigkeiten sorgen für Unsicherheit.

Wer die mittelfristige Stärke von Sartorius nutzen möchte, ohne das volle Kursrisiko zu tragen, findet in unserem neuen Express-Zertifikat Memory mit Airbag auf Sartorius eine strukturierte Alternative. Das Papier profitiert von Seitwärtsbewegungen und moderaten Erholungen, bietet attraktive Konditionen aufgrund der Kursvolatilität und schützt durch seinen Airbag-Mechanismus gegen deutlichere Rückschläge.

8,5 Prozent Zinsen pro Periode bei Behauptung der 60-Prozent-Barriere

Das DekaBank Sartorius Express-Zertifikat Memory mit Airbag 09/2032 (WKN DK1KBF) bietet die Möglichkeit von 8,5 Prozent Zinsen pro Periode sowie einer vorzeitigen Rückzahlung zum Festbetrag von 1.000 Euro. Vorzeitig wird das Zertifikat zurückgezahlt, wenn der Schlusskurs der Sartorius-Aktie an einem der jährlichen Beobachtungstage (erste Beobachtungs- und auch Zinsperiode 14 Monate, danach jeweils 12 Monate) auf oder über der Tilgungsschwelle notiert. Die Tilgungsschwelle liegt am ersten Beobachtungstag im September 2027 bei 100 Prozent des Startwerts und sinkt in den Folgejahren jeweils um fünf Prozentpunkte bis auf 80 Prozent des Startwerts im Jahr 2031. Startwert ist der Schlusskurs am Ende der Zeichnungsfrist, am 06.07.2026.

Während die Tilgungsschwelle entscheidend für den Zeitpunkt der Rückzahlung ist, bestimmt die Barriere von 60 Prozent des Startwerts über die Zinszahlung. Der erzielbare Zinsbetrag wird automatisch überwiesen, wenn die Aktie am jeweiligen Beobachtungstag auf oder oberhalb der Barriere schließt. Die Memory-Funktion ermöglicht zudem, dass ausgefallene Zinszahlungen an den folgenden Beobachtungsterminen nachgeholt werden können, wenn die Barriere dann behauptet wird.

Kommt es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung und wird die Barriere am finalen Bewertungstag (02.09.2032) nicht unterschritten, erfolgt im September 2032 die Auszahlung des Festbetrags in Höhe von 1.000 Euro. Anderenfalls drohen Verluste. Statt des Festbetrags wird Anlegenden in diesem Fall eine festgelegte Anzahl im Wert gesunkener Sartorius-Aktien übertragen. Die Airbag-Funktion definiert die Anzahl der Aktien (Referenzanzahl), diese ergibt sich auf Grundlage des Basispreises, der wie die Barriere ebenfalls bei 60 Prozent des Startwerts liegt. Zudem ist wie bei jedem Zertifikat das Emittentenrisiko zu beachten, weil insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Festbetrags drohen würden.

Die Zeichnung läuft vom 15.06.2026 bis 06.07.2026 (10 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung der Zeichnungsfrist. Der Emissionspreis beträgt 1.010 Euro, inkl. 1,00 % Ausgabeaufschlag.

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Autorin: Charlotte Neugebauer, Leiterin Zertifikate & Produktvermarktung.



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