Zertifikate-Kolumne vom 27.07.2026.

Siemens: KI-Boom trifft auf Münchner Ingenieurskunst.

Werbung. Es gibt wenige Unternehmen in Deutschland, die so sehr für die wechselvolle Wirtschaftsgeschichte stehen, wie Siemens. Wahrscheinlich steht auch heute noch in fast jedem Haushalt mindestens ein Elektrogerät mit dem Schriftzug Siemens. Dabei gehören Spülmaschinen und Co. inzwischen längst nicht mehr zum Portfolio des Konzerns. Und dann gibt es Fragen, die einem in Gesprächen über Aktien erstaunlich oft begegnen: „Ist Siemens eigentlich noch ein Industriekonzern – oder ist das inzwischen ein Tech-Unternehmen?” Die Antwort ist: beides. Und genau darin liegt die eigentliche Stärke. Schauen wir uns das Traditionshaus, das sozusagen aus seiner Mitte heraus wächst, doch mal wieder etwas genauer an…

Siemens wurde 1847 von Werner von Siemens in Berlin gegründet, mit einem Zeigertelegrafen als erstem Produkt. Fast 180 Jahre später baut der Konzern Software für sogenannte digitale Zwillinge in der Fabrik, Steuerungssysteme für KI-Rechenzentren und Automatisierungstechnik für die Fabrik der Zukunft. Der Weltkonzern hat sich in den vergangenen Jahren konsequent transformiert: Sparten wurden abgetrennt, Healthineers und Energy wurden ausgegliedert, das Kerngeschäft auf Industrie-Software und digitale Infrastruktur fokussiert. Was übrig blieb, ist schlanker, margenträchtiger und überraschend gut für den aktuellen Moment positioniert.

Das zweite Geschäftsquartal 2026 (Januar bis März) zeigt, was dieser Fokus bedeutet. Der Auftragseingang stieg um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Das ist mehr als Analysten erwartet hatten. Treiber war vor allem die hohe Nachfrage im Zusammenhang mit KI-Rechenzentren, insbesondere aus den USA. Auch das Softwaregeschäft in der Sparte Digital Industries legte deutlich zu. Der Umsatz stagnierte nominal bei rund 19,8 Milliarden Euro, was jedoch dem starken Euro geschuldet war. Auf vergleichbarer Basis – also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte – stiegen die Erlöse um sechs Prozent.

Weniger erfreulich ist, dass das Ergebnis des industriellen Geschäfts um acht Prozent auf knapp drei Milliarden Euro sank. Die Mobility-Sparte, also Züge und Verkehrsinfrastruktur, litt unter Belastungen durch US-Zölle. Smart Infrastructure profitierte zwar im Kerngeschäft von breiter Verbesserung, verpasste aber den Sondereffekt aus einem Immobilienverkauf des Vorjahres. Auch die börsennotierte Medizintechniktochter Siemens Healthineers meldete einen Gewinnrückgang. Unterm Strich sank der Konzerngewinn um acht Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Trotz der gemischten Quartalszahlen bestätigte Siemens seine Jahresprognose und wurde sogar an einzelnen Stellen optimistischer. Für Digital Industries hob der Konzern die Untergrenzen der Wachstums- und Margenziele an. Smart Infrastructure soll stärker wachsen als bisher erwartet. Lediglich bei Mobility wurden die Umsatzerwartungen gesenkt. Dazu ein starkes Signal an die Aktionäre: ein neues Aktienrückkaufprogramm über sechs Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren. Analysten mahnen derweil sicher zurecht, dass der starke Euro und geopolitische Unwägbarkeiten – vor allem durch US-Zölle im Mobility-Bereich – kurzfristig belasten können.

Wer aktuell die Siemens-Story mitgehen möchte, die Volatilität der Aktie jedoch scheut, findet in unserem neuen Siemens Express-Zertifikat Memory mit Airbag  eine interessante Alternative. Für einen Konzern, der solide wächst, aber im Tagesgeschäft von Währungseffekten und Zöllen gebremst wird, ist das eine elegante Art, an der Langzeitstory zu partizipieren, ohne jeden Gegenwind direkt zu spüren.

7 Prozent Zinsen pro Periode bei Behauptung der 25-Prozent-Barriere

Das DekaBank Siemens Express-Zertifikat Memory mit Airbag 11/2032 (WKN DK1KQX) bietet die Möglichkeit von 7 Prozent Zinsen pro Periode sowie einer vorzeitigen Rückzahlung zum Festbetrag von 1.000 Euro. Vorzeitig wird das Zertifikat zurückgezahlt, wenn der Schlusskurs der Siemens-Aktie an einem der jährlichen Beobachtungstage (erste Beobachtungs- und auch Zinsperiode 15 Monate, danach jeweils 12 Monate) auf oder über der Tilgungsschwelle notiert. Die Tilgungsschwelle liegt am ersten Beobachtungstag im November 2027 bei 100 Prozent des Startwerts und sinkt in den Folgejahren jeweils um fünf Prozentpunkte bis auf 80 Prozent des Startwerts im Jahr 2031. Startwert ist der Schlusskurs am Ende der Zeichnungsfrist, am 17.08.2026.

Während die Tilgungsschwelle entscheidend für den Zeitpunkt der Rückzahlung ist, bestimmt die Barriere von 75 Prozent des Startwerts über die Zinszahlung. Der erzielbare Zinsbetrag wird automatisch überwiesen, wenn die Aktie am jeweiligen Beobachtungstag auf oder oberhalb der Barriere schließt. Die Memory-Funktion ermöglicht zudem, dass ausgefallene Zinszahlungen an den folgenden Beobachtungsterminen nachgeholt werden können, wenn die Barriere dann behauptet wird.

Kommt es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung und wird die Barriere am finalen Bewertungstag (12.11.2032) nicht unterschritten, erfolgt im November 2032 die Auszahlung des Festbetrags in Höhe von 1.000 Euro. Anderenfalls drohen Verluste. Statt des Festbetrags wird Anlegenden in diesem Fall eine festgelegte Anzahl im Wert gesunkener Siemens-Aktien übertragen. Die Airbag-Funktion definiert die Anzahl der Aktien (Referenzanzahl), diese ergibt sich auf Grundlage des Basispreises, der wie die Barriere ebenfalls bei 75 Prozent des Startwerts liegt. Zudem ist wie bei jedem Zertifikat das Emittentenrisiko zu beachten, weil insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Festbetrags drohen würden.

Die Zeichnung läuft vom 27.07.2026 bis 17.08.2026 (10 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung der Zeichnungsfrist. Der Emissionspreis beträgt 1.000 Euro.

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Autorin: Charlotte Neugebauer, Leiterin Zertifikate & Produktvermarktung.



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