Zertifikate-Kolumne vom 17.08.2026.

Nordex dreht auf.

Werbung. Es gibt Landschaften in Deutschland, die erzählen die Energiewende ganz ohne Worte. Unsichtbar ist dieser Wandel schon mal nicht. Wer über die A31 durchs Emsland fährt, durch Schleswig-Holstein rollt oder in Brandenburg aus dem Zugfenster schaut, sieht sie: Windräder, die über Rapsfeldern, Gewerbegebieten und Dorfstraßen kreisen wie riesige Metronome einer neuen Stromzeit. Das war nicht immer so. Die Anfänge waren eher beschaulich. Der erste kommerzielle Windenergiepark Deutschlands im schleswig-holsteinischen Kaiser-Wilhelm-Koog (in Betrieb genommen am 24. August 1987) bestand aus 32 kleineren Anlagen mit Einzelleistungen zwischen 25 und 55 Kilowatt und einer Gesamtleistung von rund 1 Megawatt. Ein einziges Windrad reichte damals gerade aus, um rechnerisch rund 150 Haushalte mit Strom zu versorgen. Für die junge Windbranche der späten 1980er-Jahre war das eine kleine Sensation. Heute könnte ein Windrad theoretisch mehrere tausend Haushalte versorgen.

Von Anfang an dabei ist ein Unternehmen: Nordex. Aus dem kleinen Unternehmen, das 1985 in Dänemark seine Reise begann, ist mittlerweile ein international tätiger Hersteller von Onshore-Windenergieanlagen mit Hauptverwaltung in Hamburg geworden. Einen entscheidenden Wachstumsschub brachte 2016 der Zusammenschluss mit dem spanischen Hersteller Acciona Windpower. Heute produziert Nordex unter anderem in Deutschland, Spanien, Brasilien, Indien, den USA und der Türkei und hat seit seiner Gründung mehr als 64 Gigawatt Windenergieleistung in über 40 Märkten installiert.

Und ausgerechnet die Türkei liefert nun ein weiteres Kapitel dieser Entwicklung. Die türkische Türkerler Holding hat Nordex mit der Lieferung und Errichtung von 72 Turbinen des Typs N175/6.X für ein Windprojekt im zentralanatolischen Sivas beauftragt. Zusammen kommen die Anlagen auf rund 525 Megawatt Leistung. Hinzu kommt ein Servicevertrag über zehn Jahre mit einer Verlängerungsoption auf bis zu 25 Jahre.

Der Auftrag passt in ein Bild, das bei Nordex derzeit zunehmend freundlicher aussieht. Das belegen auch die Zahlen für das zweite Quartal: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mehr als verdoppelte sich auf rund 224 Millionen Euro und übertraf die Schätzungen der Analysten deutlich. Der Umsatz wuchs um gut 16 Prozent auf etwa 2,2 Milliarden Euro. Die Marge kletterte im Quartal auf 10,3 Prozent. Konzernchef José Luis Blanco bestätigte prompt das mittelfristige Margenziel von 10 bis 12 Prozent. Der Auftragseingang legte im Jahresvergleich um knapp ein Drittel zu, das Auftragsbuch erreichte Rekordniveau.

Windkraft scheitert selten am Wind – häufiger an den Leitungen. Gerade in Deutschland zeigt sich, dass die Energiewende nicht nur eine Frage neuer Anlagen ist, sondern auch der Infrastruktur dahinter. Wenn die Netze nicht ausreichend ausgebaut sind, müssen Anlagen zeitweise abgeregelt und Stromflüsse teuer gesteuert werden. Für Nordex ist das Stromnetz zum Glück kein direktes Ertragsproblem: Der Konzern verdient sein Geld vor allem mit dem Verkauf, der Errichtung und dem Service von Windenergieanlagen.

Aber  ganz ohne Schattenseiten kommt die Geschichte freilich nicht aus. Nordex bietet bislang keine Offshore-Lösungen an, ist mit seiner kompakten Größe stärker von Skaleneffekten abhängig als größere Wettbewerber, und die Cashflow-Generierung galt in der Vergangenheit als anfällig. Auch strukturelle Preisverschiebungen bei Onshore-Verträgen oder ein Rückstand bei den Projektmargen könnten das Bild eintrüben, ebenso neue Marktteilnehmer mit günstigerer Technologie.

Für Anlegende, die an der Wachstumsstory von Nordex partizipieren möchten, ohne unmittelbar der vollen Schwankungsbreite der Nordex-Aktie ausgesetzt zu sein, kann sich ein Blick auf unser neues Express-Zertifikat Memory mit Airbag auf Nordex lohnen. Der Memory-Mechanismus ermöglicht es, ausgefallene Zinszahlungen später nachzuholen. Darüber hinaus wird durch die Airbag-Funktion sowie den Risikopuffer das Verlustrisiko teilweise reduziert.

9 Prozent Zinsen pro Periode bei Behauptung der 55-Prozent-Barriere

Das DekaBank Nordex Express-Zertifikat Memory mit Airbag 12/2032 (WKN DK1KXU) bietet die Möglichkeit von 9 Prozent Zinsen pro Periode sowie einer vorzeitigen Rückzahlung zum Festbetrag von 1.000 Euro. Vorzeitig wird das Zertifikat zurückgezahlt, wenn der Schlusskurs der Nordex-Aktie an einem der jährlichen Beobachtungstage (erste Beobachtungs- und auch Zinsperiode 15 Monate, danach jeweils 12 Monate) auf oder über der Tilgungsschwelle notiert. Die Tilgungsschwelle liegt am ersten Beobachtungstag im Dezember 2027 bei 100 Prozent des Startwerts und sinkt in den Folgejahren jeweils um fünf Prozentpunkte bis auf 80 Prozent des Startwerts im Jahr 2031. Startwert ist der Schlusskurs am Ende der Zeichnungsfrist, am 07.09.2026.

Während die Tilgungsschwelle entscheidend für den Zeitpunkt der Rückzahlung ist, bestimmt die Barriere von 55 Prozent des Startwerts über die Zinszahlung. Der erzielbare Zinsbetrag wird automatisch überwiesen, wenn die Aktie am jeweiligen Beobachtungstag auf oder oberhalb der Barriere schließt. Die Memory-Funktion ermöglicht zudem, dass ausgefallene Zinszahlungen an den folgenden Beobachtungsterminen nachgeholt werden können, wenn die Barriere dann behauptet wird.

Kommt es zu keiner vorzeitigen Rückzahlung und wird die Barriere am finalen Bewertungstag (03.12.2032) nicht unterschritten, erfolgt im Dezember 2032 die Auszahlung des Festbetrags in Höhe von 1.000 Euro. Anderenfalls drohen Verluste. Statt des Festbetrags wird Anlegenden in diesem Fall eine festgelegte Anzahl im Wert gesunkener Nordex-Aktien übertragen. Die Airbag-Funktion definiert die Anzahl der Aktien (Referenzanzahl), diese ergibt sich auf Grundlage des Basispreises, der wie die Barriere ebenfalls bei 55 Prozent des Startwerts liegt. Zudem ist wie bei jedem Zertifikat das Emittentenrisiko zu beachten, weil insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Festbetrags drohen würden.

Die Zeichnung läuft vom 17.08.2026 bis 07.09.2026 (10 Uhr), vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung der Zeichnungsfrist. Der Emissionspreis beträgt 1.000 Euro.

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Autorin: Charlotte Neugebauer, Leiterin Zertifikate & Produktvermarktung.



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