Zertifikate-Kolumne vom 25.01.2021

Nachhaltigkeit im Renditefokus: mit Musterknaben vom Wandel profitieren

Werbung. Nachhaltige Investments boomen. Seit Jahren wird mehr und mehr Geld nach ökologischen und sozialen Kriterien angelegt. Um mehr als das Vierzehnfache - von knapp 13 Milliarden Euro auf rund 184 Milliarden Euro - stieg von 2009 bis 2019 das in Deutschland investierte Kapital in nachhaltigen Fonds und maßgeschneiderten Finanzprodukten, so die Daten von FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen). Potenzial ist da, der Anteil nachhaltiger Investments am Gesamtmarkt betrug Ende 2019 lediglich 5 Prozent. Die gute Performance nachhaltiger Aktienindizes in den vergangenen Jahren sowie ein wachsendes Angebot weckt auch Interesse bei Investoren, die dem Thema bislang weniger zugewandt waren. Eine andere Gruppe hingegen kauft aus Überzeugung: Sie agiert im Alltag umweltbewusst und legt ihr Geld bevorzugt nach ethisch-ökologischen Kriterien an.
 
Die Politik befeuert diesen Trend. Mit dem „Green Deal“ soll Europa zu einer ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft werden, in der ab 2050 keine Netto-Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Investoren mitziehen. Sie sollen verstärkt in nachhaltige Technologien und Unternehmen investieren, damit die Industrie wiederum mehr Geld in diese Projekte steckt. In Brüssel wurden dazu bereits eine Reihe von Initiativen verabschiedet, so zum Beispiel die Standardisierung von Fachbegriffen oder die Einführung von einheitlichen Mindest-Ausschlusskriterien. Sie sollen für mehr Transparenz sorgen und das „Green-Washing“, das Anpreisen von vermeintlich ökologischen Investments, verhindern. Denn oft ist es für den Laien schwer zu unterscheiden, ob sich hinter vollmundigen Werbesprüchen auch tatsächlich ein nachhaltiges Investment verbirgt. 

Sehr klar ist der nachhaltige Ansatz bei großen renommierten Indexanbietern wie MSCI, die für ihre Indizes alle relevanten Informationen offenlegen. Wichtige Merkmale stehen im Namen, weshalb Bezeichnungen wie ‚MSCI Germany Climate Change ESG Select 4 % Decrement Index‘ sperrig und möglicherweise abschreckend wirken. Doch besser mehr Informationen als zu wenig. Und so kompliziert ist es auch wieder nicht:

  • MSCI ist der Indexanbieter
  • Germany (Deutschland) ist der Markt, in den investiert wird
  • Climate Change steht für den Fokus auf das Thema Klimawandel
  • ESG ist die Abkürzung für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Government (Unternehmensführung)
  • Select bedeutet Auswahl, es wird nach festen Regeln aus den Aktien im MSCI Germany ausgewählt
  • 4 % Decrement bezieht sich auf die Indexberechnung. Vom Indexwert wird täglich ein kleiner Abschlag vorgenommen, der sich auf 4 Prozent jährlich summiert. Im Gegenzug dafür rechnet MSCI die von den Unternehmen ausgezahlten Nettodividenden dem Index hinzu, was den Wert des Index steigert

Das Kürzel ESG (Environment, Social, Government) ist ein international anerkannter Standardbegriff für nachhaltige Anlagen. ESG-Investments folgen nicht allein ökologischen Kriterien, auch Faktoren wie Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter, Einhaltung der Menschenrechte, Produktqualität und -sicherheit oder Unternehmensethik, Wettbewerbspolitik, Risikomanagement, etc. spielen eine Rolle. 

Firmen, die diese Ansätze berücksichtigen, sind in der Regel langfristig erfolgreicher als jene, die sie nicht beachten. Daher werden in den MSCI Germany Climate Change ESG Select 4 % Decrement Index nur Aktien aufgenommen, die den Mindestkriterien der ESG-Ratings von MSCI gerecht werden. Darüber hinaus wird auch das Engagement jeder Gesellschaft hinsichtlich des Klimawandels bewertet und bestimmt die Indexgewichtung der Aktie. In dem Index stecken mehr als 50 große und mittelgroße Firmen. Hersteller von Atomwaffen oder Betreiber von Atomkraftwerken sind generell ausgeschlossen. Dagegen können Aktiengesellschaften, die Geschäfte in den umstrittenen Branchen Rüstungsgüter, Tabak und Kohle tätigen, in den Index aufgenommen werden, sofern der Umsatz dieser Bereiche 10 Prozent (Rüstungsgüter) beziehungsweise 5 Prozent (Tabak, Kohle) nicht übersteigt. Ebenfalls außen vor bleiben Firmen, die gegen die Prinzipien des ‚UN Global Compact‘ verstoßen. Darunter fallen zum Beispiel Kinderarbeit oder die Missachtung der Menschenrechte. 

Doch welche Unternehmen erfüllen die Kriterien? Die höchsten Anteile im Index haben derzeit SAP, Allianz, Adidas, BASF, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Infineon, Münchener Rück, Vonovia und Siemens. Es sind aber auch Titel aus der zweiten Reihe vertreten, wie zum Beispiel Knorr-Bremse und Kion Group.

Eine Investmentalternative zu diesen Einzelaktien sind Express -Zertifikate auf den diversifizierten Klimawandel-Index. Anleger, die ein Engagement erwägen, sollten grundsätzlich eine positive Einschätzung für deutsche Aktien haben. Die Express -Zertifikate Relax bieten die Möglichkeit, die eigene Strategie mit einer eventuell vorzeitigen Rückzahlung, hohen potenziellen Zinsen sowie einem endfälligen Puffer umzusetzen.

4,10 Prozent Zinsen pro Periode bei vorzeitiger Rückzahlung und 40 Prozent finaler Puffer

Das DekaBank Express-Zertifikat Relax 04/2027 bezogen auf den MSCI Germany Climate Change ESG Select 4% Decrement (WKN DK0ZK8) bietet bei sinkenden Tilgungsschwellen die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung zum Nennbetrag (100,00 Euro) zuzüglich des entsprechenden Zinsbetrags. Anderenfalls ist bei Endfälligkeit im April 2027 die maximale Auszahlung von 124,60 Euro je Zertifikat erreichbar, wenn der Aktienschlusskurs am Bewertungstag die Barriere (60,00 Prozent des Startwerts) behauptet.

Eine Barrierenunterschreitung am Bewertungstag führt hingegen zu Verlusten. In einem solchen Negativszenario werden keine Zinsen gezahlt und an den Anleger statt des Nennbetrags ein Rückzahlungsbetrag entsprechend der Wertentwicklung des gesunkenen MSCI Germany Climate Change ESG Select 4% Decrement Index ausgezahlt. Zudem ist wie bei jedem Zertifikat das Emittentenrisiko zu beachten, weil insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust drohen würden.

Die Zeichnung läuft vom 25.01.2021 bis 12.02.2021, vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung.

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Autor: Hussam Masri, Bereichsleiter Private Banking und Produktmanagement




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Rating vom 16.10.2020

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