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Welchen wirtschaftlichen Kurs erwarten Sie?

Dr.Ulrich Kater: Die wirtschaftspolitischen Vorhaben von Donald Trump wurden schon verglichen mit denen Ronald Reagans in den Achtzigern: die Wirtschaft deregulieren, Steuern senken, Konjunkturprogramme auf Pump und ein gemischter Kurs gegenüber internationalen Handelspartnern mit Freihandelsabkommen auf der einen Seite – mit Kanada – und Sanktionen auf der anderen, etwa gegen China. Das wird in etwa das Programm des neuen Präsidenten sein, wenngleich er finanziell nicht so aus dem Vollen schöpfen kann wie sein Vorgänger vor dreißig Jahren.

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Könnte die Inflation jetzt schneller zurückkehren als bislang vermutet?

Dr.Ulrich Kater: Es ist nicht wahrscheinlich, dass der neue Präsident vom Kongress die Mittel für alle seine Pläne bewilligt bekommt. Die USA sind mit über 100 Prozent in Relation zu ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung verschuldet. Da ist nicht mehr so viel Spielraum für zusätzliche Impulse, das Konjunkturprogramm wird wahrscheinlich etwas heruntergekocht. Die Auswirkungen auf das US-Wachstum in Grenzen halten, insbesondere, wenn man die negativen Impulse durch hohe Ausweisungen von Einwanderern gegenrechnet. Trotzdem kommt die Inflation zurück, Trump hat dies den Kapitalmärkten nur sichtbar gemacht, die bislang auf diesem Auge blind waren.

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Steigen auch hier die Zinsen schneller als bisher angenommen?

Dr. Ulrich Kater: Die Zinsen auf dem Girokonto oder auf dem Sparbuch werden von der europäischen Zentralbank gemacht. Die Notenbank richtet sich nur nach den wirtschaftlichen Bedingungen in Euroland. Diese werden von der neuen US-amerikanischen Wirtschaftspolitik nicht sonderlich verbessert. Daher bleibt die EZB erstmal bei ihren Nullzinsen. Am Kapitalmarkt, also etwa bei langlaufenden Staatsanleihen, überträgt sich der Zinsanstieg in den USA etwas nach Europa. Die Zinsen bleiben aber auch hier niedrig.

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Und insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft?

Dr. Ulrich Kater: Die Chancen liegen darin, dass sich die US-Wirtschaft im kommenden Jahr noch einmal richtig durchstartet. Das freut deutsche Exporteure. Darin liegen aber auch gleichzeitig die Risiken.

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Welche Risiken kommen im nächsten Jahr auf die Märkte zu?

Dr. Ulrich Kater: Wenn die US-Wirtschaft zu stark aufdreht, dann muss die Fed reagieren und dann haben wir in zwei oder drei Jahren die nächste Rezession. Daneben gibt es natürlich auch das Risiko, dass sich Präsident Trump genauso schädlich für den Welthandel erweist, wie er es im Wahlkampf angekündigt hat. Schließlich ist womöglich auch seine Außenpolitik eine Gefährdung für die Wirtschaft, denn sie könnte regionale geopolitische Krisen heraufbeschwören.

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Szenarien, mit denen Sie für 2017 rechnen?

Dr. Ulrich Kater: Es sind jede Menge Risikofaktoren unterwegs, die einem ein schlechtes Gefühl geben. Wir sollten aber nicht vergessen, dass Wirtschaft und Finanzmärkte auch bisher schon unter ähnlichen Risiken gestanden haben und sich trotzdem gut entwickelt haben. Und wenn es künftig bei zehnjährigen Anleihen wieder eine positive Rendite gibt, ist das auch ein Zeichen von wirtschaftlicher Normalisierung.

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Eher etwas vorsichtiger agieren oder doch mehr Risiko an den Kapitalmärkten wagen?

Dr. Ulrich Kater: Auf absehbare Zeit bleibt es dabei, dass die Zinsen für einen Vermögensaufbau oder auch nur –erhalt zu niedrig sind, erst recht nach Abzug der Inflationsrate. Wenn das Zinsniveau am Kapitalmarkt etwas ansteigt, dann werden in den kommenden Jahren Anleihen für den Neueinstieg wieder interessant. Bereits bestehende Staatsanleihe-Portfolios kann man Richtung kurzlaufende Papiere umschichten, um dem Zinsanstieg etwas auszuweichen. Der Aktienanleger ist ohnehin ein langfristiger Anleger, der sich auch durch Konjunkturzyklen nicht beirren lässt, selbst wenn sie mit dem Namen Trump verbunden sind.