Aktuelles & Märkte

Politikchaos mit wenig Einfluss auf die Märkte

Die Hauptbotschaft der Woche war für die Märkte, dass es im britischen Parlament keine Mehrheit für einen Brexit ohne Austrittsvertrag gibt.


Dies hatten die Finanzmärkte in den vergangenen Wochen schon zunehmend eingepreist, was man unter anderem an der Aufwertung des britischen Pfundes ablesen konnte. Wie es nun genau mit dem Brexit weitergeht, ist zumindest fürs Erste für die Börsen nicht mehr so wichtig. An der anderen wichtigen Politikfront gab es dagegen keine nennenswerten Fortschritte: Im Handelsstreit zwischen den USA und China wurden lediglich die Entscheidungsfristen verlängert. Zwar gibt es erst einmal keine Zollerhöhungen gegenüber chinesischen Importen, eine Einigung ist aber noch in weiter Ferne. Die Finanzmärkte nahmen es gelassen. Aktien beendeten die vergangene Woche sogar leicht erholt.

Im nächsten Akt des Brexit-Dramas wird Premierministerin Theresa May die EU um eine Verlängerung der Austrittsfrist über den 29. März hinaus bitten. Bis spätestens 20. März will die britische Regierung den May-Deal dem Parlament zum dritten Mal zur Abstimmung vorlegen. Wird der Deal angesichts des näherrückenden Austrittstermins angenommen, strebt May eine Verschiebung des Austritts bis zum 30. Juni an. Bis dahin sollen die Brexit-Gesetzgebung und die Ratifizierung abgeschlossen werden. Wird der Deal abgelehnt, will May um eine längere Verschiebung bitten, die eine Teilnahme an der Europawahl Ende Mai erfordern würde. Die Märkte werden jedoch mehr auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed und insbesondere auf deren Kommentare zur Wirtschaft achten, ebenso wie auf die neuen Daten zur Wirtschaftsstimmung in Europa.


Veröffentlicht am: 18. März 2019.

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Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank