Katers Welt

Finanzmärkte: Der erste Schock ist verarbeitet

Von den Corona-Krisen-geplagten Finanzmärkten kamen in der vergangenen Woche angesichts der umfassenden Stützungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken erste Entspannungssignale. Die Aktienmärkte legten weltweit kräftig zu, der Deutsche Aktienindex DAX kletterte zeitweilig sogar wieder über die 10.000 Punkte-Marke. An den Anleihemärkten wurde ebenfalls aufgeatmet, nachdem die Europäische Zentralbank mit ihren Käufen von Staats- und Unter-nehmensanleihen begonnen hat. Sogar Neuemissionen konnten reibungslos platziert werden. Das alles deutet darauf hin, dass die erste Schockwelle der Corona-Pandemie von den Finanzmärkten ohne dramatischere Krisensymptome verkraftet wurde. Jedoch sind die Folgen der Krise noch längst nicht vollständig verarbeitet. Erste Signale hinsichtlich der Dramatik der Wirtschaftsdaten in der Corona-Welt gaben die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, die in ungeahnte Höhen schossen.

Mit den ungewöhnlich hohen Schwankungen an den Finanzmärkten wird es wohl noch eine ganze Weile weitergehen. Vor Ostern ist definitiv nicht mit einer Lockerung der Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft zu rechnen. Auch danach werden weitreichende Beschränkungen aufrecht erhalten bleiben. Sofern es bei den gegenwärtig absehbaren Wirtschaftseinbußen bleibt, dürfte an den Aktienmärken der Boden gefunden sein. Ein nachhaltiger Kursanstieg ist jedoch erst mittelfristig zu erwarten, wenn sich die harten Wirtschaftsdaten wieder verbessern. Zunächst ist jedoch das Gegenteil der Fall: Beim Ende dieser Woche erscheinenden US-Arbeitsmarktbericht für März wird voraussichtlich ein historischer Verlust von rund einer Million Jobs verkündet.

Veröffentlicht am: 30.03.2020.

Foto von Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank
Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

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