Aktuelles & Märkte

Kernthema Risiko ist zurück

Für die Börsen ist die relative Ruhe, die die Osterzeit über herrschte, passé.


Dabei sind es weiterhin die alten unerfreulichen Geschichten, die die Finanzmarktteilnehmer aktuell erzählt bekommen: Der Konflikt zwischen den USA und China verschärft sich weiter – nicht zuletzt dadurch, dass nun der chinesische Telefonriese Huawei auf der schwarzen Liste der Amerikaner steht. In Europa lässt die italienische Regierung ihr Haushaltsdefizit bewusst aus dem Ruder laufen. Die Briten ringen mit einer geschwächten Regierungschefin May verzweifelt um Lösungen für den Brexit. Das verschärfte Säbelrasseln gegenüber dem Iran schürt ebenfalls Unsicherheiten. Und trotzdem: Die europäischen Börsen wiesen eine positive Wochenbilanz auf. Die internationalen Notenbanken werden es schon richten, so die Markteinschätzung. Die Renditen von Bundesanleihen gaben entsprechend weiter nach.

Dominierend für die Finanzmärkte werden in dieser Woche die Schlagzeilen zu allen politischen Risiken sein. Passend dazu stehen Stimmungsindikatoren zur Veröffentlichung an. Wahrscheinlich haben einige der befragten Unternehmen ihre Antworten für das ifo Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes noch vor den allerjüngsten politischen Eskalationen abgegeben. Insofern könnte sich das Ausmaß der Stimmungsverschlechterung noch in Grenzen gehalten haben. Ob die Hoffnung auf die Notenbanken oder die festeren Frühindikatoren der OECD die Märkte dennoch weiter tragen, bleibt abzuwarten.


Veröffentlicht am: 20. Mai 2019.

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Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank