Dividendenstrategie

Erneut fette Beute

Fast 50 Milliarden Euro werden allein deutsche Unternehmen in diesem Frühjahr an ihre Aktionäre ausschütten – und Fondsanleger können ganz einfach daran teilhaben.



„Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen.“ Mit diesem Bonmot pflegte der deutsche Bankier Carl Fürstenberg vor mehr als 100 Jahren zu irritieren. Auch heute noch mag es viele Sparer geben, die Fürstenbergs Aussagen für bare Münze nehmen – und einen Bogen um die Börse machen. Dabei ist es alles andere als dumm, einen näheren Blick auf dividendenstarke Aktien zu werfen.

Denn der Zins ist tot. Zunehmend müssen Banken von ihren Kunden sogar Zinsen verlangen, weil sie selbst einen negativen Einlagezins zahlen, wenn sie ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Mit Zinssparen allein ist in diesem Umfeld kein Vermögen zu machen. Wer Rendite erzielen oder auch nur den Wert seines Kapitals dauerhaft erhalten will, kommt an Aktien heute nicht vorbei.

Dividenden puffern Kursrisiken

Bei Aktien können Anleger nicht nur auf Kurssteigerungen, sondern eben auch auf Dividenden hoffen. Die Ausschüttungen sind dabei mehr als das Sahnehäubchen auf dem Kuchen. „Dividendenzahlungen machen bei Aktienanlagen im langjährigen Schnitt rund die Hälfte des Ertrages aus“, erklärt Ralf Dietl, Fondsmanager des Deka-DividendenStrategie. Damit sind die Gewinnausschüttungen auch ein Verlustpuffer, wenn es an der Börse mal turbulent wird – denn natürlich sind selbst dividendenstarke Titel nicht vor Wertschwankungen und möglichen Verlusten gefeit.



Welches Unternehmen erhöht seit mehr als 50 Jahren stets die Dividende? Und wer hat gesagt, dass Aktien ohne Dividenden wie Baseball-Sammelkarten sind? Prüfen Sie Ihr Wissen beim großen Dividenden-Quiz von fondsmagazin.



Im DAX 30 der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands waren die Dividenden in den letzten 20 Jahren unterm Strich sogar die alles entscheidende Renditequelle für Aktionäre. Das zeigt der Vergleich zwischen dem DAX-Kursindex und dem DAX-Performanceindex. Der Kursindex, bei dem Dividendenzahlungen nicht berücksichtigt werden, notiert unter seinem Stand aus dem März 2000 – auch wegen aktueller Kursrückgänge aufgrund der Corona-Unsicherheit. Der Performanceindex hingegen bezieht Dividenden ein und steht bei rund 12.500 Punkten gut 4.000 Zähler über seinem Wert vom März 2000.

Autobranche hinterlässt Bremsspuren

Auch 2020 dürften Dividendenjäger wieder auf ihre Kosten kommen. In den nächsten Monaten werden die deutschen Unternehmen nach Schätzungen der Deka voraussichtlich 49,4 Milliarden Euro ausschütten (siehe Grafik unten) Die Mehrheit der Firmen erhöht dabei die Dividendenzahlungen im Vergleich zu 2019. Im DAX sollten es sogar zwei Drittel der Unternehmen sein, die steigende Summen an ihre Anteilseigner zahlen.

Doch einige wenige senken eben auch die Dividenden. Vor allem die Probleme in der Autobranche wirken sich negativ aus. „Die letztjährige Rekord-Dividendensumme von 50,2 Milliarden Euro wird daher dieses Jahr wohl knapp verfehlt“, erklärt Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie der Deka. „Aber es ist eine Konsolidierung nahe des Rekordniveaus und ein Signal für die hohe Dividendenstabilität der deutschen Unternehmen“, so die positive Botschaft für Aktionäre.

„Regelmäßige Dividenden signalisieren dem Aktionär ein solides Geschäftsmodell“, bestätigt auch Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. „Eine lange Dividendenhistorie zeigt, dass das Unternehmen nachhaltig Gewinne erwirtschaftet.“ Das zweitbeste Dividendenergebnis aller Zeiten zählt umso mehr, als im vergangenen Jahr die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage und das geringe Wachstum den Gewinnanstieg der Unternehmen abbremsten.


Dividendenzahlungen weiter auf hohem Niveau

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Grafik: KD1

„Gerade im Vergleich zu anderen Anlagen sind die Dividendenrenditen in Deutschland und Europa weiterhin sehr attraktiv“, betont Deka-Fondsmanager Dietl. „Während Anleger bei zehnjährigen Bundesanleihen und selbst bei vielen Unternehmensanleihen keinerlei Zinsen erhalten, liegt die Dividendenrendite der DAX-Unternehmen aktuell im Schnitt bei rund 3 Prozent, im Euro Stoxx 50 ® sogar noch etwas höher.“ Die Dividendenrendite beschreibt das Verhältnis von Dividende zu Kurs. Anleger sollten jedoch nicht ausschließlich auf diesen Wert schauen. Denn sie kaufen mit der Aktie vor allem auch die langfristige Perspektive eines Unternehmens. Und gerade auffallend hohe Dividendenrenditen können ein Warnzeichen sein. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Punkt eins: Wer große Teile des Unternehmensgewinns ausschüttet, dem bleiben möglicherweise nicht ausreichend Mittel, um ins künftige Geschäft zu investieren. Aktienkurse profitieren aber nicht zuletzt von der Aussicht auf wachsende Erträge in der Zukunft. Deshalb ist neben der reinen Dividendenhöhe und der Dividendenrendite auch zu beachten, wie hoch der Anteil des ausgeschütteten Gewinns ist – die sogenannte Ausschüttungsquote. Diese sollte generell nicht zu groß ausfallen. „Spätestens bei Ausschüttungsquoten von 85 Prozent gehen die Alarmlampen an“, sagt Investmentprofi Dietl. „Es gibt aber einige Ausnahmen bei besonders stabilen Geschäftsmodellen, die auch höhere Ausschüttungen rechtfertigen können.“

Punkt zwei: Die Dividendenrendite ist ein Quotient aus der gezahlten Dividende und dem Aktienkurs. Ein steiler Anstieg dieses Quotienten ist möglich, wenn die gezahlte Dividende steigt – ein erfreuliches Zeichen, sofern das mit einer konstanten Ausschüttungsquote einhergeht. Der Quotient steigt aber auch, wenn die Zahl im Nenner kleiner wird, also der Aktienkurs auf Talfahrt geht – und das ist eine höchst unerfreuliche Entwicklung für Aktionäre. Sollte sich bei gleicher Ausschüttung zum Beispiel der Aktienkurs halbieren, ist für den Anleger die dadurch verdoppelte Dividendenrendite keinerlei Trost. „Die Dividende muss immer im Zusammenhang mit der Kursentwicklung beurteilt werden“, mahnt daher Aktienexpertin Christine Bortenlänger.


Unternehmensdividenden weitaus rentabler als Unternehmensanleihen

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Grafik: KD1

Die Auswahl macht es

Anleger, die die falschen Titel im Depot hatten, mussten schon öfter mit hohen Dividendenrenditen leben, die nur durch einen Kursverfall zustande kamen. Im Zuge der Finanzkrise 2008 brachen die Aktienkurse der Banken ein. Später erwischte es aufgrund des nahenden Atomausstiegs die dividendenstarken deutschen Energieversorger. Und zuletzt litten die Automobilkonzerne unter den Dieselskandalen und hohen Investitionen in die Mobilität der Zukunft. Auch bei Dividendenwerten sollten Anleger deshalb breit über Branchen und Regionen streuen. Ganz bequem geht das mit Fonds wie dem Deka-DividendenStrategie. Investmentprofis suchen für diesen Fonds die Dividendenperlen, die auf Dauer Gewinnbeteiligungen ausschütten, diese auch steigern und sich auf eine solche Ausschüttungspolitik verpflichten.

Allein verbindliche Grundlage für den Erwerb von Deka Investmentfonds sind die jeweiligen Wesentlichen Anlegerinformationen, Verkaufsprospekte und Berichte, die in deutscher Sprache bei den Sparkassen oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt und unter www.deka.de erhältlich sind.

Quelle: fondsmagazin.de, 27.02.2020
Text: Birgit Wetjen

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Bild: iStockphoto