Die globalen Aktienmärkte konnten gegen Ende des Jahres nochmal deutlich zulegen und in der Nähe der Höchststände schließen. Weder das Auftreten einer neuen Virusvariante (Omikron) noch die Sorge vor einer schnelleren geldpolitischen Straffung der US-Notenbank vermochten die Kurse nachhaltig unter Druck zu setzen. Während US-Aktien, unterstützt durch die großen Technologiewerte, in 2021 knapp 30 % an Wert gewinnen konnten, gelang auch den Titeln in Europa mit plus 25 % eine ausgesprochen dynamische Erholung. Und auch der Blick auf das neue Jahr bleibt zunächst weiterhin konstruktiv. Zwar droht das derzeitige Infektionsgeschehen einzelne Branchen spürbar zu belasten. Dies sollte sich jedoch nur als temporäre „Delle“ in der Konjunktur erweisen. Anzeichen für einen „milderen“ Infektionsverlaufs der Omikron-Variante, volle Auftragsbücher in der Industrie und stabile Konsumausgaben sprechen auch in 2022 für ein robustes Wirtschaftswachstum von knapp 4 % in Europa und den USA. Die jüngsten geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bzw. China und Taiwan gilt es jedoch eng zu beobachten. Eine mögliche Eskalation und tiefgreifende Sanktionen stellen zweifelsohne ein Risikopotenzial für die Märkte dar. 

Insgesamt halten wir an unserer positiven Einschätzung für die Anlage in Aktien fest und gehen mit einer konstruktiven Sicht in das neue Jahr. Zwar befinden sich die Bewertungen, insbesondere in den USA, bereits auf erhöhten Niveaus. Das erwartete Gewinnwachstum von etwa 7 bis 8 % für die kommenden 12 Monate scheint in Anbetracht des konjunkturellen Aufschwungs jedoch durchaus verhalten und könnte erneut positiv überraschen. Aber auch die Mittelzuflüsse in Aktienfonds halten unverändert an und sollten die Notierungen gerade zu Jahresanfang, unter Berücksichtigung der bekannten Saisonalität, unterstützen. Im weiteren Verlauf werden die Notenbanken jedoch eine zunehmend wichtigere Rolle im Hinblick auf das Marktgeschehen einnehmen. Fed-Präsident Jerome Powell hat den Anstieg in der Inflation zuletzt nicht mehr als „transitorisch“ beschrieben und bereits ein Ende der Anleihekäufe für März signalisiert. Darüber hinaus ist spätestens im zweiten Halbjahr mit Zinserhöhungen in den USA zu rechnen, während die EZB, aller Voraussicht nach, weiter an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten wird. Sollte der inflationäre Druck im Jahresverlauf, entgegen den Erwartungen, nicht spürbar nachlassen und sich zudem in hohen Lohnabschlüssen niederschlagen, wären die Notenbanken jedoch gezwungen eine restriktivere Gangart einzuschlagen. Dies hätte entsprechend negative Folgen für die Wirtschaft und die Entwicklung an den Aktienmärkten. Niedrigere Ertragserwartungen und höhere „Drawdowns“ wären in der Konsequenz zu befürchten. 

Analog zu den Aktienmärkten sind auch die Anleiherenditen gegen Jahresende wieder spürbar angestiegen. Sowohl Bundesanleihen als auch US-Treasuries rentieren damit wieder in der Nähe der Hochs aus 2021. Dieser Trend sollte sich in Anbetracht eines robusten Konjunkturausblicks sowie erster Zinserhöhungen der Fed im laufenden Jahr weiter fortsetzen. Wir halten daher im Bereich der Rentenanlagen an der Präferenz von Unternehmens- und Schwellenländer-Anleihen gegenüber Staatsanleihen der Industrienationen fest. Und auch innerhalb der Rohstoffe wird Gold weiter bevorzugt und im Portfoliokontext leicht übergewichtet. Das Edelmetall erfährt nach einer längeren Preiskonsolidierung im Umfeld anhaltender Inflationsrisiken wieder vermehrt Nachfrage. 

Stand: 05.01.2022

Jörg Boysen, Deka-Chefanlagestratege

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