Coronavirus

Fragen und Antworten für Kunden der DekaBank zur Corona-Krise

Das Coronavirus hat es in sich: Kein Ereignis in der modernen Wirtschaftsgeschichte hat zu Friedenszeiten den Konjunkturausblick für die gesamte Weltwirtschaft in so kurzer Zeit komplett gedreht. Anlegerinnen und Anleger stellen sich die Frage, was sie mit den Aktien oder Aktienfonds in ihrem Depot machen sollen?
 

Wie schlimm ist die Corona-Krise für meine Geldanlage?

Obwohl es uns schwerfällt, in der aktuellen Situation an eine Zeit nach der Corona-Krise zu denken, ist doch eines klar: Die Krise wird vorübergehen. Sobald die Infektionszahlen nicht mehr steigen, sollte sich die Situation entspannen und die Erholung der Wirtschaft beginnen. Spätestens wenn es wirksame Medikamente und einen Impfstoff gibt, wird die Corona-Krise Geschichte sein.

Aus der Gesundheitskrise ist mittlerweile eine Wirtschaftskrise geworden. Wichtig ist jetzt, dass sich daraus nicht auch noch eine Finanzkrise entwickelt, wie wir sie zum Beispiel 2008 erlebt haben. Eine Finanzkrise kann zu schweren Schäden in der Wirtschaft führen. Damals haben die Regierungen und die Notenbanken schnell Hilfsmaßnahmen ergriffen. Dadurch ging es in der Wirtschaft rasch wieder aufwärts.

In der Corona-Krise reagierten die Regierungen und Notenbanken sogar noch schneller. Daher können wir aktuell davon ausgehen, dass es im späteren Jahresverlauf 2020 wirtschaftlich wieder deutlich aufwärts geht. Bis dahin wird es an den Aktienmärkten weiter ungewöhnlich starke Kursschwankungen geben.

Soll ich wegen der Corona-Krise meine Wertpapiere verkaufen?

Wertpapieranlagen wie Aktienfonds sind von Natur aus langfristige Geldanlagen. Daher sollten Anleger nicht in Hektik verfallen. Auch bei größeren Kursrückgängen, wie wir sie gerade gesehen haben, kann man daher gelassen sein und muss nicht in Panik geraten.

Natürlich sehen wir im Moment, dass es bei verschiedenen Anlagen zu sinkenden Kursen an den Börsen kommt. Allerdings werden diese Verluste, wie auch die Corona-Krise, zeitlich begrenzt sein. Es gilt daher besonnen zu sein. Denn wer jetzt verkauft, realisiert seinen Verlust und hat anschließend wirklich weniger Geld auf der hohen Kante.

Wer dagegen die Investmentfonds und Wertpapiere behält, hat die Chance auf Kursgewinne, wenn die Erholung eintritt. Zudem profitiert man bei einem Wertpapier-Sparplan derzeit von den niedrigen Kursen, denn über die regelmäßigen Sparraten erwirbt man die Anteile aktuell günstiger als in „Börsen-Hoch-Zeiten“.

Der Grund: Gerade in dieser Marktphase bieten sich Alternativen wie ein Sparplan an, da Sie durch die gesunkenen Kurse für Ihren Sparbetrag mehr Wertpapiere als vor der Corona-Krise erhalten. Nach allen Krisen in der Vergangenheit waren die Kurse nach der Krise höher als vor der Krise. Die Anleger mussten einfach nur Geduld haben und abwarten. Das gilt es auch jetzt tun.

Was soll ich mit meinem Aktienfonds tun?

Auch für Aktienfonds gilt das Credo: ruhig bleiben. Die Kurse werden nach der Corona-Krise wieder steigen. Wer jetzt Aktienfonds verkauft, macht Verlust. Wer die Erholung abwartet, hat die Chance auf erneute Kursgewinne.

Bei Aktienfonds zeigen sich zudem die Vorteile einer breit gestreuten Wertpapieranlage: Wer jetzt in einzelnen Titeln investiert ist, muss jeweils im Einzelfall sorgfältig abschätzen, ob das betreffende Unternehmen diese Krise überhaupt übersteht und wie schwer das Geschäftsmodell oder die Bilanz für die Zukunft geschwächt sind.

Bei Aktienfonds ist das die Aufgabe der Fondsmanager, die aktiv die Positionen in den Investmentfonds mit Blick auf die aktuelle Entwicklung an den Kapitalmärkten managen. Die breite Streuung lässt so die Sorge vor einzelnen Firmeninsolvenzen und der Entscheidung, in welcher Region oder in welchem Land zu investieren ist, überflüssig werden.

Für den Fall, dass Sie einen Fondssparplan abgeschlossen haben gilt derzeit ohnehin, dass Sie durch die gesunkenen Kurse für Ihren bisherigen Sparbetrag mehr Wertpapiere als vor der Corona-Krise erhalten. Dies wird sich langfristig auszahlen, wenn die Kurse wieder steigen.

Was soll ich mit meinem Rentenfonds tun?

Auch an den Rentenmärkten kam es zu deutlichen Kursverlusten. Diese wurden neben den Einflüssen durch die Corona-Krise noch durch den nachhaltigen Rückgang der Ölpreise verstärkt. Die Ankündigung vieler Notenbanken weltweit, ihre Anleihekaufprogramme deutlich auszuweiten, ist aber hilfreich. Hierdurch konnte bereits eine gewisse Marktstabilisierung erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund gilt für die Anlage in Rentenfonds die gleiche Vorgehensweise wie für die anderen Investmentfonds auch: Auch hier gilt, lassen Sie sich von den aktuellen Ereignissen nicht von ihrer grundsätzlichen langfristigen Anlagestrategie ablenken.

Was soll ich mit meinem Mischfonds tun?

Mischfonds können grundsätzlich in mehrere Anlageklassen wie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Geldmarkttitel, Rohstoffe inklusive Edelmetalle und Immobilien investieren. Je nach Risikoneigung des Kunden gibt es unterschiedliche Mischfondskonzepte.

Je nach Variante kann der Fondsmanager den Anteil von Aktieninvestitionen bis auf null herunterfahren, andererseits können weniger betroffene Anlagesegmente stärker berücksichtigt werden. So können sich Mischfonds dem wechselhaften Marktgeschehen sehr gut anpassen. Das gilt auch für die Corona-Krise.

Dennoch sehen wir auch hier Wertverluste, im Rahmen eines langfristigen Anlagehorizonts sollten sich diese nach unserer Prognose aber langfristig wieder ausgleichen.

Wie sieht es bei den Immobilienfonds aus?

Die Anteilspreise von Immobilienfonds sind grundsätzlich stabil. Durch die Streuung über Länder, Nutzungsarten (unter anderem Einzelhandel, Logistik, Hotel) und Mieter verteilt sich das Risiko von Wertverlusten.

Immobilienfonds schwanken dabei von Natur aus deutlich weniger als zum Beispiel Aktienfonds. Durch die Corona-Krise sind aber auch hier Wertverluste denkbar. Dies betrifft insbesondere Fonds, in denen Einzelhandels- und Hotelimmobilien vertreten sind.

Langfristig betrachtet, erwarten wir für unsere Immobilienfonds eine positive Wertentwicklung. Bei einem Ausstieg sind zudem gesetzliche Halte- und Rückgabeankündigungsfristen zu beachten.

Wie sieht es bei meinem Zertifikat aus?

Wenn der Basiswert, der einem Zertifikat zugrunde liegt, eine Einzelaktie oder ein Aktienindex ist, dann hat dieser in der aktuellen Corona-Krise in den meisten Fällen auch entsprechende Kursverluste erlitten. In diesem Zusammenhang haben auch die Zertifikate an Wert verloren.

Allerdings sind die meisten Zertifikate auch nicht heute oder morgen fällig, sodass sich die Basiswerte und damit die Zertifikatskurse bis zum Fälligkeitsdatum auch wieder erholen können. Daher gilt wie bei anderen Kapitalmarktprodukten auch: Würden Sie Ihr Zertifikat jetzt – zu diesen gesunkenen Kursen – verkaufen, würden Sie Geld verlieren. Wenn Sie investiert bleiben, haben Sie auch hier noch die Chance, dass sich der Kurs des Basiswerts bis zur Fälligkeit des Zertifikats wieder erholt.

Neue Produkte starten übrigens mit einem Kurs von 100 Prozent. Hier kann man nun attraktivere Konditionen und ein günstiges Einstiegsniveau nutzen. Vor allem defensiv ausgerichtete Zertifikate der DekaBank kommen dabei als Beimischung für mittel- bis langfristig orientierte Kundendepots in Frage.

Wie sieht es mit Gold aus? Das ist doch eine typische Krisenwährung?

Gold ist eine langfristige und wertbeständige Geldanlage. Wer jetzt Gold besitzt, sollte gelassen bleiben, auch wenn der Goldpreis im März eine Berg- und Talfahrt hingelegt hat. Dort zeigte sich, dass auch der Goldpreis in extremen Krisenzeiten stark schwanken kann.

Dominierend für die Goldpreisentwicklung erscheint uns nun, dass die konjunkturelle Erholung nach der Corona-Krise durch lang anhaltenden Nullzinsen und eine generell unterstützende Geldpolitik begleitet sein wird. Die Opportunitätskosten der Goldhaltung sind geringer als vor der Pandemie. Insoweit ist ein weiter moderat steigender Goldpreis wahrscheinlich. Zu bedenken ist, dass zwischenzeitlich nennenswerte Preisschwankungen möglich sind. Goldbesitzer schlafen unter dem Strich auch nicht unbedingt ruhiger als Fondssparer.

Soll ich jetzt Aktien kaufen?

Deutliche Kursrückgänge von Aktien sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine Möglichkeit, weitere Aktien hinzuzukaufen. So kann man an einem späteren Anstieg der Kurse teilhaben. Die Gefahr liegt jedoch darin, zu früh zu kaufen. Es ist möglich, dass die Kurse noch einmal weiter fallen und Sie mit dem Nachkauf zumindest für eine gewisse Zeit weitere Verluste machen, bevor ein erneuter Kursanstieg erfolgt.

Wer Einzelaktien kauft, hat zudem immer das Risiko, dass das einzelne Unternehmen pleitegeht. Fonds dagegen können das Risiko durch die breite Streuung über viele Unternehmen, Branchen und Länder reduzieren.

Als Anleger sollten Sie außerdem geplant vorgehen und freie Gelder in kleinen Portionen nach und nach in Aktienfonds tauschen, anstatt alles auf einmal zu investieren. Oder Sie nutzen gleich einen Fondssparplan. Auf diese Weise können Sie im Falle weiter fallender Kurse von noch günstigeren Einstiegsniveaus profitieren. Denn wenn die Kurse fallen, werden die Wertpapiere billiger und sie bekommen mehr Wertpapiere für das gleiche Geld.

Muss ich um meine Altersvorsorge fürchten?

Im Moment der Krise sehen die Dinge oft betrüblich aus. Aber die Aktienanlage mit dem Motiv der Altersvorsorge ist eine sehr langfristige Anlage. Rückschläge wurden an den Aktienmärkten stets mehr als ausgeglichen. Das wird auch in Zukunft so sein. Denn langfristig sind auch in der Vergangenheit die Aktienmärkte unter Schwankungen und Rückschlägen gestiegen. Und auch nach der Corona-Krise wird die Weltwirtschaft wieder auf ihren Wachstumspfad zurückfinden. Die Märkte werden die Kursrückgänge aufholen, wenngleich dies nicht innerhalb von wenigen Wochen geschieht.

Sollte ich jetzt doch die niedrigen Zinsen aussitzen und abwarten bis diese wieder steigen?

Die Zinsen bleiben verschwunden. Das wird die aktuelle Krise verlängern, denn die Notenbanken haben gerade das Zinsniveau noch weiter nach unten gesenkt und damit noch fester verankert. Ein Hoffen auf die Rückkehr von Zinsen auf den Sparbüchern ist damit unrealistisch. Die Zentralbanken stellen viel Geld bereit, von denen ein Teil wieder am Aktienmarkt landet. Für den langfristigen Sparer ist das Sparbuch keine Alternative. Bislang für sinnvoll befundene Aktienanteile und Sparpläne sind und bleiben attraktiv.

 
Stand: 26.05.2020

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