Das bedeuten die Turbulenzen am Finanzmarkt für Ihr Geld

Corona-Krise an der Börse: Was Sie jetzt tun sollten – und was nicht

Die Aktienmärkte stehen unter Druck, Lieferketten sind unterbrochen, die Sorge vor einem Einbruch der Konjunktur ist groß. Regierungen und Notenbanken weltweit stemmen sich gegen die Folgen des Coronavirus für die Wirtschaft. Was bedeutet das für Anleger und ihr Geld? 5 wichtige Fragen und Antworten.

Das Coronavirus hat die Börsen infiziert. Und jetzt? Als Anlegende stehen Sie vor der Frage, wie Sie mit der Situation umgehen. Es ist weiterhin unklar, wie stark sich das Virus weiter verbreitet, wie groß die Auswirkungen sind und wie lange die Gefahrenlage noch dauert. Was tun?
 

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„Unter dem Strich sind die Chancen höher als die Risiken.“

Stefan Keitel, Vorsitzender Deka Investment



1. Soll ich meine Aktien jetzt verkaufen?

Die Auswirkungen des Coronavirus sind breiter als zu Anfang gedacht. Grund ist vor allem die schnelle Ausbreitung der Krankheit. Das verunsichert auch die Aktienmärkte.
 
Anleger sollten jetzt nicht hektisch ihre Wertpapiere aufgrund der Verunsicherung verkaufen. Das gilt umso mehr, wenn Sie langfristig anlegen. „Für Privatanleger ist es sinnvoll, selbst durch größere Kursrückgänge wie gegenwärtig hindurchzufahren“, sagt Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.
 
Dafür gibt es zwei Gründe:
 
Erstens glichen sich langfristig in der Vergangenheit solche Kursrücksetzer regelmäßig wieder aus. Zweitens ist das richtige Markttiming eine recht tückische Sache. Es kann passieren, dass die Märkte plötzlich wieder nach oben drehen – und man nach dem Verkauf den Anschluss verpasst.


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Stefan Keitel, Vorsitzender Deka Investment


2. Soll ich jetzt Aktien kaufen?

Deutliche Kursrückgänge sind unter langfristigen Gesichtspunkten eine gute Gelegenheit, auf lange Sicht Positionen aufzubauen. Diese profitieren besonders von einer Erholung.
 
Der Deka-Chefvolkswirt warnt jedoch: „Die Gefahr liegt darin, dass Sie nach deutlichen Kursrückgängen zu früh kaufen und in das sogenannte fallende Messer greifen – dass die Kurse also möglicherweise weiter fallen.“
 

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„Es ist wichtig antizyklisch vorzugehen und nicht der Herde hinterherzulaufen.“

Stefan Keitel, Vorsitzender Deka Investment



Als Anleger sollten Sie geplant vorgehen und freie Anlagegelder in kleinen Portionen sukzessive in Aktien tauschen. Auf diese Weise können Sie bei eventuell zunächst noch etwas weiter fallenden Kursen von entsprechend günstigeren Einstiegsniveaus profitieren.


3. War der Börsen-Crash eine notwendige Korrektur am Finanzmarkt oder der Beginn einer neuen Wirtschaftskrise?

Der Finanzmarkt lebte in den vergangenen Jahren von dauerhaft niedrigen Zinsen. Außerdem von einer moderaten, aber stetigen Konjunktur. Davon haben viele Unternehmen weltweit profitiert.
 
„Das Coronavirus ist ein Konjunkturkiller“, heißt es bei der Deka. Die bisher gute Konjunktur sei durch Covid-19 für wahrscheinlich zwei Quartale ausgebremst. Die Einschränkungen für das private Leben wie die Produktionsprozesse der Unternehmen führen in Deutschland in eine Blitzrezession.
 
„Es handelt sich jedoch um ein zeitlich befristetes Phänomen“, sagt Kater. Bei einer Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte werde auch die Börse wieder an das gute Umfeld von vorher anknüpfen.
 

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„Das Coronavirus ist ein externer Schock, vergleichbar mit einer Naturkatastrophe – heftig, aber vorübergehend.“

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank



Ein Risiko in dieser Zeit liegt ohne Zweifel im Finanzsektor. Vorsicht und Misstrauen sind nach den Erfahrungen in der Krise 2008 weiterhin hoch. Auch die Verschuldungsniveaus vieler Unternehmen sind anspruchsvoll. Notenbanken und Finanzministerien haben weltweit bereits umfassende Maßnahmen nach dem Motto „whatever it takes“ angekündigt, um stabilisierend einzugreifen und die negativen wirtschaftlichen Folgen abzumildern.


4. Hilft jetzt die Europäische Zentralbank?

Die Hilfen der EZB liegen in den kommenden Wochen weniger im Bereich der Nachfrageankurbelung. Hier hat sie ihre Mittel ja bereits sehr stark ausgenutzt. In diesem Bereich ist hingegen die US-amerikanische Notenbank aktiv geworden. Sie hat dies bereits mit zwei Entscheidungen außerhalb des Sitzungsrhythmus getan und den Leitzins auf null gesenkt.
 
Die EZB hat beschlossen, dass sie Mittel zur Erhaltung der Finanzstabilität einsetzen wird, und zwar von der Breitstellung von Liquidität bis zum Ankauf von Wertpapieren in einem ungleich größeren Volumen aus einem breiteren Spektrum als bisher schon. Das hat einen beruhigenden Effekt auf die Märkte.


5. Muss ich als Sparer um mein Erspartes fürchten?

Die Einschränkungen in der Wirtschaft durch das Coronavirus werden noch eine Weile lang bestehen bleiben. „Letztendlich sind sie temporär“, sagt der Deka-Chefvolkswirt. Unsere Versorgungssysteme seien gut vorbereitet. Er ist sich sicher, dass Notenbanken und Staaten die Besorgnisse um die Finanzstabilität weiterhin gut beantworten können.


Die hier enthaltenen Aussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Diese kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern.
(Stand: 19.03.2020)

Quelle: sparkasse.de

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Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank