Coronavirus

Aktuelle Bewertung für die Anlageklassen

Nachdem die Aktienmärkte im Vorfeld der US-Wahlen deutlich korrigierte hatten, konnten sich die Notierungen im November spürbar erholen. Zwar hat die Auszählung der Stimmen etwas länger gedauert, mittlerweile scheint mit Joe Biden der neue Präsident jedoch gefunden. Damit dürften sich die Investoren wieder verstärkt auf die fundamentale Situation fokussieren. Eine mögliche Klage Donald Trumps vor dem US-Verfassungsgericht könnte kurzfristig zwar nochmal für etwas Unruhe sorgen. Etwaige Rücksetzer in den Kursen sollten jedoch als Kaufgelegenheit verstanden werden. Zweifelsohne muss aus makroökonomischer Sicht gerade in Europa, infolge der jüngsten Corona-Einschränkungen, mit einer temporären Wachstumsabkühlung gerechnet werden. Die Situation ist jedoch nicht vergleichbar mit der im Frühjahr. Sowohl in den USA und ganz besonders in China erweist sich die Erholung als ausgesprochen robust und sorgt auf globaler Ebene für eine stabile Nachfrage. Dies spiegelt sich auch an den Rentenmärkten wider, an denen in keinster Weise eine „Stresssituation“ zu erkennen ist. Die Spreads der europäischen Peripherieanleihen verharren selbst in Anbetracht stark steigender Infektionszahlen und regionaler „Lockdowns“ nahe der historischen Tiefstände. Gleiches gilt für die Risikoprämien von Unternehmensanleihen, die sich selbst im Zuge der Oktober-Korrektur kaum ausgeweitet haben. Und auch die jüngsten Quartalsberichte der Unternehmen deuten auf eine Fortsetzung des Konjunkturpfades hin. Sowohl in den USA als auch in Europa konnten die Ergebnisse deutlich positiv überraschen. Zwar lagen die Unternehmensgewinne im dritten Quartal noch immer zwischen 10 % und 20 % unter dem Vorjahresniveau. Die Erwartungen konnten damit jedoch massiv übertroffen werden. Für das kommende Jahr wird mit einem Gewinnwachstum von 24 % in den USA und sogar von 40 % in Europa gerechnet. Dies sollte zusammen mit der Aussicht auf einen möglicherweise schon zeitnah zur Verfügung stehenden Impfstoff die Aktienmärkte perspektivisch weiter unterstützen. Wir haben daher im Rahmen der Anlagestrategie jüngst die Gelegenheit genutzt und die Aktienquote auf ein moderates Übergewicht angehoben.

Bei den übrigen Anlageklassen ergeben sich zunächst keine Neueinschätzungen. Im Bereich der Rentenanlagen bleibt es entsprechend bei der Präferenz von Unternehmens- und Schwellenländeranleihen, die neben einer attraktiven Verzinsung von einer äußerst stabilen Nachfrage seitens der Investoren profitieren. Dagegen werden klassische Staatsanleihen aus Europa und den USA im Zuge des Niedrigzinsumfeldes klar untergewichtet. Und auch bei den Rohstoffen halten wir an der der spürbaren Beimischung von Gold fest. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für ein umfangreiches Konjunkturpakt in den USA zunächst gesunken ist und damit die Inflationserwartungen nicht weiter angeheizt werden. Mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken ist auf jeden Fall weiter zu rechnen. Folglich bleibt es bei einem tiefen Realzinsniveau, das den Goldpreis weiter unterstützt.

Stand: 20.11.2020

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Jörg Boysen, Deka-Chefanlagestratege


 
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