Coronavirus

Aktuelle Bewertung für die Anlageklassen

Das Bild an den globalen Aktienmärkten bleibt weiter zweigeteilt. Während die US-Titel ihren Aufwärtstrend im August weiter fortsetzen konnten, hat sich das Momentum in Europa etwas abgeschwächt. Zwar gelang es dem Euro Stoxx 50 die Hochs vom Juni zu überschreiten, deutliche Anschlusskäufe sind bisher jedoch ausgeblieben. Dies gilt auch für den DAX, der mit 16.000 Punkten eine neue historische Bestmarke erreichte, dennoch aktuell nur knapp über dem Niveau von Anfang April notiert. Dagegen wird der S&P 500 weiter von den großen Technologiewerten gestützt und liegt damit seit Jahresanfang etwa 20% im Plus. Anhaltend positive Revisionen der Unternehmensgewinne und eine unverändert expansive Ausrichtung der Notenbanken sorgen weiter für die entsprechende Unterstützung an den Märkten. Zwar ist in den kommenden Monaten sowohl von der Federal Reserve als auch der EZB  mit Ankündigungen über die Reduktion der Anleihekäufe („Tapering“)  zu rechnen. Eine zeitnahe geldpolitische Straffung wird jedoch nicht erwartet, da die hohen Inflationsraten weiterhin als nur „transitorisch“ angesehen werden. Entsprechend verharren die Renditen sowohl nominal als auch real auf tiefen Niveaus und die zuletzt leichte Abkühlung in den makroökonomischen Indikatoren, wie beispielsweise beim US-Konsumentenvertrauen, führte erneut nur kurzzeitig zu Gewinnmitnahmen.
 
Wir halten im Rahmen der Anlagestrategie an einer insgesamt ausgewogenen Positionierung fest. Dies schließt sowohl die Untergewichtung von Zinsänderungsrisiken („Short Duration“) als auch die weitestgehend neutrale Aktienquote ein. Auf Regionenebene erachten wir erste anti-zyklische Zukäufe im Bereich der Schwellenländer für attraktiv. Die Sorge vor einer konjunkturellen Abkühlung infolge erhöhter Corona-Infektionen hat die Notierungen insbesondere in Asien zuletzt deutlich belastet. Darüber hinaus sorgen stärkere Regulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung für Verunsicherung und deutliche Kurseinbrüche im heimischen Technologiesektor. Entsprechend hat der MSCI China gemessen an den Höchstständen im Februar ein Drittel an Wert verloren und EM-Aktien in der Spitze etwa 16% eingebüßt. Dies spiegelt sich mittlerweile auch deutlich in der Bewertung wider. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von EM-Aktien ist auf 13 gefallen (gegenüber 21 für den S&P 500 und 16 für den Stoxx 600). Das erwartet Gewinnwachstum der Unternehmen von +50% in 2021 liegt jedoch gleichauf mit Europa und den USA. Das mittlerweile stark erhöhte Impftempo in Asien sollte in den kommenden Monaten zu einer Stabilisierung in den Konsumausgaben führen und neben einem unverändert starken Exportwachstum die Konjunktur nachhaltig unterstützen.
 
Innerhalb der Rentenanlagen bleibt es bei der Präferenz von Unternehmens- und Schwellenländeranleihen gegenüber bonitätsstarken Staatsanleihen. Nach einem deutlichen Renditerückgang in den vergangenen Monaten setzte im August eine spürbare Gegenbewegung ein. Der konjunkturelle Pfad und das Näherrücken eines „Taperings“ sollten diesen Trend in Richtung Jahresende weiter unterstützen. Dagegen hat sich die Ausweitung der Credit Spreads (insbesondere bei High Yield Emittenten) nicht weiter fortgesetzt und die Risikoprämien nähern sich wieder den  Tiefständen an.

 
Stand: 17.09.2021

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Jörg Boysen, Deka-Chefanlagestratege


 
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