Coronavirus

Aktuelle Bewertung für die Anlageklassen

Die globalen Aktienmärkte befinden sich derzeit auf einem absoluten Stimmungshoch. Der Anstieg in den Anleiherenditen hat zwar auf Branchenebene zu stärkeren Umschichtungen geführt, die Indizes insgesamt jedoch nur kurzzeitig unter Druck gebracht. Die Notierungen in den USA und Europa sind im April auf neue Rekordmarken gestiegen und konnten seit Jahresanfang um mehr als 10% zulegen. Während wir hierzulande mit dem langsamen Impffortschritt hadern, geht es in den USA deutlich schneller voran. Dies spiegelt sich zunehmend auch in der konjunkturellen Erholung wider. Dank massiver fiskalischer Maßnahmen der neuen US-Regierung sind die Einzelhandelsumsätze sprunghaft gestiegen und die Stimmungsindikatoren der Wirtschaft befinden sich auf einem 40-Jahreshoch. Gleichzeitig halten die Notenbanken an ihrer expansiven Politik fest. Der Anstieg in den Inflationsraten wird aufgrund von Sondereffekten als nur temporärer angesehen, weshalb es für eine geldpolitische Straffung noch deutlich zu früh sei. Ein Kapitalmarktumfeld das aufgrund starken Wachstums und anhaltend niedrigen Zinsen in der Summe kaum besser sein könnte. Genau darin liegt jedoch die Herausforderung für die Zukunft! 

Nachdem die Notierungen seit den Tiefständen vor einem Jahr global um 90% gestiegen sind, ist ein Großteil der konjunkturellen Erholung bereits eingepreist. Die klassischen Bewertungskennziffern haben sich weiter verteuert. Und Stimmung und Positionierung der Anleger kann durchaus als „euphorisch“ beschrieben werden. Es gilt daher zu beobachten, inwiefern die Berichtssaison über die Unternehmensergebnisse im ersten Quartal einen weiteren Impuls für Kurssteigerungen liefern kann. Eine Konsolidierung sollte kurzfristig nicht überraschen. Wir halten daher in der taktischen Anlagestrategie an der neutralen Aktiengewichtung fest, sehen jedoch keine Anzeichen für einen nachhaltigen Kurseinbruch. Die Aufwärtsbewegung ist von einer guten Marktbreite unterstützt und auch die Spreads von Unternehmensanleihen - historisch einer der besten Frühindikatoren für eine stärkere Korrektur am Aktienmarkt - haben sich von tiefen Niveaus aus zuletzt weiter eingeengt. Regional werden Investitionen in Europe gegenüber den USA präferiert. Im Hinblick auf Wertentwicklung und Bewertung hat unser Heimatmarkt deutliches Aufholpotenzial. Sollte der Impffortschritt in den kommenden Monaten auch hierzulande an Fahrt aufnehmen, dürfte sich die konjunkturelle Wachstumslücke schließen und die europäischen Titel von ihrem zyklischen Charakter profitieren.  

An den Rentenmärkten bleibt es bei unserer vorsichtigen Einschätzung hinsichtlich der Zinsänderungsrisiken. Nach dem spürbaren Renditeanstieg seit Jahresanfang kann es kurzfristig zu einer Konsolidierung kommen. Im weiteren Jahresverlauf sollte sich der Aufwärtstrend in den Renditen jedoch fortsetzen. Wir halten daher an der Präferenz von Income Anlagen gegenüber traditionellen Staatsanleihen fest. Nach der deutlichen Spreadeineingung befinden sich die Risikoprämien von Unternehmensanleihen mittlerweile jedoch auch auf historisch tiefen Niveaus. Wir hatten daher zuletzt das Übergewicht im Bereich High Yield etwas reduziert und begonnen erste Gewinne mitzunehmen. Die Empfehlung für Emerging Market Anleihen bleibt hiervon unberührt.       
 
Stand: 16.04.2021

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Jörg Boysen, Deka-Chefanlagestratege


 
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