Coronavirus

Aktuelle Bewertung für die Anlageklassen

Die Rally an den Aktienmärkten hat sich in den vergangenen Wochen eindrücklich fortgesetzt. Angeführt von den großen Technologiekonzernen konnten insbesondere die US-Indizes die Verluste aus der „Coronakrise“ mittlerweile komplett aufholen. In Europa notieren die Kurse dagegen noch immer spürbar unter den Hochs vom Februar. Unterstützt durch einen massiven geld- und fiskalpolitischen Stimulus schreitet die Erholung der Wirtschaft zumindest in Teilbereichen schneller voran als ursprünglich erwartet. Einschränkende Maßnahmen bleiben trotz wieder steigender Infektionszahlen bisher regional begrenzt. Dies spiegelt sich auch in den Unternehmensergebnissen für das zweite Quartal wider. Zwar sind die Gewinne in Folge der Rezession um durchschnittlich 30% gegenüber Vorjahr eingebrochen. Ein Großteil der Unternehmen konnte jedoch die Schätzungen am Markt mehr als deutlich übertreffen. Gerade die positiven Wachstumsaussichten im kommenden Jahr bekräftigen unsere strategisch unverändert positive Sicht auf die Aktienmärkte. Kurzfristig sollte eine Konsolidierungsphase dennoch nicht überraschen. Die Abhängigkeit des Kursaufschwungs von wenigen Sektoren bzw. Einzeltiteln erhöht die Gefahr für temporäre Rücksetzer und erklärt die aktuell taktisch neutrale Positionierung. Aber auch von politischer Seite drohen die Unsicherheiten im Vorfeld der Wahlen zum US-Präsidenten wieder etwas anzusteigen. Dies könnte eine gute Gelegenheit für Zukäufe auf der Aktienseite bieten.

Innerhalb der Rentenanlagen liegt unsere Präferenz weiterhin eindeutig bei Unternehmens- und Schwellenländeranleihen. Insbesondere „Investment Grade Corporates“ profitieren von den anhaltenden Kaufprogrammen der Notenbanken und der realwirtschaftliche Aufschwung sorgt auf fundamentaler Seite für Unterstützung. Die hohen Mittelzuflüsse der Investoren haben nach wie vor Bestand und zu einer weiteren Einengung der Risikoprämien geführt. Dieser Trend sollte sich nach vorne blickend weiter fortsetzen, die Dynamik aufgrund der bereits erreichten Niveaus jedoch spürbar verlangsamen. Als wenig attraktiv erachten wir hingegen die Staatsanleihen Kerneuropas und der USA. Die Renditen zeigen sich bisher relativ unbeeindruckt von der konjunkturellen Erholung und verharren nahe der historischen Tiefstände. Nutznießer hiervon ist weiterhin der Goldpreis. Auch nach den starken Kursgewinnen bleibt das Edelmetall strukturell fester Bestandteil der Asset Allokation.

Stand: 04.09.2020

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Jörg Boysen, Deka-Chefanlagestratege


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