Preisträger Internationaler Hochhaus Preis 2020

Norra Tornen, Stockholm/Schweden

Das Finale um den Internationalen Hochhaus Preis (IHP) 2020 ist entschieden:
Die Doppeltürme ‘Norra Tornen‘ in Stockholm/Schweden von Office for Metropolitan Architecture (OMA) aus Rotterdam gewinnen den Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus. Der Preis ist mit 50.000 Euro und einer Statuette des international renommierten Künstlers Thomas Demand dotiert.

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Foto: © Anders Bobert

Die Doppeltürme Norra Tornen stehen am Übergang von Vasastaden, einem Stadtteil mit Wohnbebauung überwiegend aus den 1930er Jahren, zum gerade neu entstehenden Stadtteil Hagastaden und bilden links und rechts der Ausfallstraße Torsgatan eine Torsituation aus. Das Motiv der Doppelturm-Tore markiert im Stadtbild Stockholms traditionell wichtige Punkte, etwa den Übergang von einer Insel zur nächsten.
 
In direkter Nachbarschaft zum Karolinska Institut, das jährlich den Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin bestimmt, ist Hagastaden mit 96 Hektar Stockholms derzeit größtes Stadtentwicklungsgebiet und damit etwa dreimal so groß wie die berühmte Altstadt. Bis 2030 entstehen hier rund 50 000 Arbeitsplätze und 6000 neue Wohnungen, 3000 auf der Stockholmer Seite und 3000 auf der Gemarkung der Gemeinde Solna. Norra Tornen steht also nicht nur am Übergang von zwei Stadtteilen, sondern auch von zwei Kommunen, ohne dass dies vor Ort zu spüren wäre.
 
Geschützte Balkone und die würfelartigen Module wechseln sich in regelmäßigem Muster ab und schaffen ein skulpturales, brutalistisch anmutendes Vexierspiel. Die Rippenstruktur und die Farbigkeit der Betonfertigteile wurden in vielen Versuchen analysiert. Einige Versionen sahen ungefärbten Beton vor oder eine handwerklich abgeschlagene, raue und zerklüftete Oberfläche der Rippen in Anlehnung an die gestalterischen Vorbilder des Brutalismus der 1960er Jahre, wie zum Beispiel Paul Rudolphs Art + Architecture Building der Yale University in New Haven. Mit dem sanften Braun der umgesetzten Lösung fügt sich die Fassade in die erdige Farbpalette Stockholms, die alle Schattierungen von Beige bis Rot umfasst, bestens ein.

Ökologische Aspekte/Nachhaltigkeit

Die „Norra Tornen“ haben eine energieeffiziente Sandwichfassade mit 23 cm dicker Wärmedämmung und dreifachverglaste Fenster ohne Riegel und Pfosten zur Vermeidung von Kältebrücken. Eine natürliche Belüftung der Wohnräume wird durch Lüftungselemente in den Fassadenbauteilen erreicht.
Weitere technische Gebäudeausrüstungen wie ein Wärmerückgewinnungssystem, Wärmetauscher in jeder Wohnung oder Gewerbeeinheit und der Anschluss an das Fernkühlsystem tragen zur Nachhaltigkeit der Türme bei. Auch das anfallende Grauwasser wird für verschiedenen Einsatzzwecke genutzt. Die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ein wichtiger Bestandteil der Konzeption des Gebäudepaares.




Finalisten im Überblick - Fünf Gebäude, drei aus Europa und zwei aus Asien

Der IHP richtet sich an Architekten und Bauherren, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden. Die Jury besteht aus Architekten, Tragwerksplanern, Immobilienspezialisten und Architekturkritikern.
Sie beurteilt die nominierten Projekte nach folgenden Kriterien: zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die Jury des IHP 2020:

Vorsitzender der internationalen Preisjury für den Internationalen Hochhaus Preis 2020:

  • Anett-Maud Joppien (Architektin / Dietz Joppien Architekten AG in Frankfurt/Potsdam)

Die weiteren Mitglieder der Jury sind:

  • Klaus Fäth (Bauingenieur / osd – office for structural design, Frankfurt am Main/Hamburg)
  • Ina Hartwig (Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main)
  • Andreas Moser (Architekt / ma cyrus | moser | architekten, Frankfurt am Main)
  • Benjamín Romano (Architekt / LBR&A Arquitectos, Mexiko Stadt, Mexiko)
  • Peter Cachola Schmal (Direktor Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main)
  • Victor Stoltenburg (Geschäftsführer Deka Immobilien Investment GmbH, Frankfurt am Main)

Berater ohne Stimmrecht:

  • Horst Muth (Diplom-Ingenieur / Deka Immobilien Investment GmbH, Frankfurt am Main)
  • Rudi Scheuermann (Architekt und Bauingenieur / Arup Deutschland GmbH, Berlin)

Engagiert für Architektur seit 2004

Der IHP - Internationale Hochhaus Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre vergeben. Initiiert wurde der IHP im Jahr 2003 gemeinsam von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der Deka. Im Jahr 2020 wird er zum neunten Mal verliehen.
 
Die bisherigen Gewinner des IHP:
2018 „Torre Reforma“, Mexiko City (Mexiko), Architekt und Bauherr LBR&A Arquitectos, Mexico CIty.
2016 „VIA 57 West“, New York City (USA), BIG – Bjarke Ingels Group und Bauherr The Durst Organization, New York.
2014 „Bosco Verticale“, Mailand (Italien), Boeri Studio und Bauherr Hines Italia, Mailand.
2012 „1 Blight Street“, Sydney (Australien), Kooperation zwischen ingenhoven architects, Düsseldorf und Architectus, Sydney sowie Bauherren DEXUS Property Group; DEXUS Wholesale Property Fund; Cbus Property, Sydney.
2010 „The Met“, Bangkok (Thailand), WOHA, Singapur und Bauherr Pebble Bay Thailand.
2008 “Hearst Headquarters“, New York City (USA), Foster + Partners, London und Bauherr Hearst Corporation, New York.
2006 „Torre Agbar“, Barcelona (Spanien), Ateliers Jean Nouvel, Paris und Bauherr Layetana, Barcelona.
2004 „De Hoftoren“, Den Haag (Niederlande), Kohn Pedersen Fox Associates, London und Bauherr ING Vastgoed, Amsterdam.

Weitere Informationen unter: www.international-highrise-award.com